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Neuss: Kraft startet Recycling-Ofen

Neuss : Kraft startet Recycling-Ofen

Am Standort des größten Walz- und Schmelzwerkes für Aluminium errichtete der US-Konzern Novelis einen weiteren Ofen zur Wiederaufbereitung von Aluminiumschrott. Ministerpräsidentin Kraft nahm die Anlage in Betrieb.

75 Prozent des weltweit jemals hergestellten Aluminiums sind noch immer in Gebrauch. Denn dieses Metall ist, so veranschaulichte gestern Pierre Labat vom Vorstand des Novelis-Konzerns mit dieser Zahl, ein langlebiger und vor allem ein immer wiederverwertbarer Werkstoff. Eine Schmelze für das Aluminium-Recycling steht in Neuss und wurde gestern mit Inbetriebnahme eines zweiten Ofens durch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gestärkt und ausgebaut.

Die Werke der Aluminiumindustrie, die im Rhein-Kreis Neuss in einer weltweit einmaligen Dichte arbeiten, müssen auch in Zukunft ein "Eckpfeiler des Industriestandortes NRW sein", betonte Kraft. Die Grundvoraussetzungen für diese Industrie seien gut, denn die Nachfrage nach dem Werkstoff steigt weltweit, ebenso die Möglichkeiten zu seiner Verwendung.

Aber dieser Industriezweig könne seine Stärke nur mit stabilen Rahmenbedingungen zur Geltung bringen, sagte Kraft. Dazu zählte sie auch Kompensationszahlungen an diese besonders energieintensiven Betriebe, um die Belastungen der Hütten zu senken. Eine Forderung auch der Bundesregierung, zu der die EU-Kommission bisher schweigt.

Aus Sicht der Ministerpräsidentin ist die 14-Millionen-Investition des Novelis-Konzerns am Standort Alunorf auch ein kleiner Baustein, um die hoch gesteckten Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen. Ob das Ziel erreicht werden kann, wisse sie nicht, sagte Kraft. Fest steht für sie aber: "Das geht nur mit der Industrie und nicht gegen sie."

Im magischen Dreieck der Aluminiumindustrie im Rhein-Kreis ist laut Kraft "die größte Innovationsfähigkeit zu finden". Beispiel dafür ist die Dienstag in Dienst genommene zweite Schmelze im Recyclingwerk von Alunorf. Dieses Werk wird jeweils zur Hälfte vom norwegischen Hydro- und dem amerikanischen Novelis-Konzern betrieben.

2009 ging Hydro mit der ersten Recyclingschmelze voran, jetzt folgt der Partner Novelis mit einer Investition in gleicher Größenordnung. Das verdoppelt die Kapazität und schafft 40 neue und sichere Arbeitsplätze, erklärte Thomas Geupel, Kaufmännischer Geschäftsführer von Alunorf weiter.

Für Novelius steht hinter der Investition die erklärte Absicht, so der für das europäische Dosengeschäft verantwortliche Pierre Labat, die Recyclingquote in seinen Werken weltweit von derzeit 34 auf 80 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Dazu sollen Recyclingkapazitäten ausgebaut, in ein neues Sammelsystem investiert und die Erfassungsquote von Aluschrott aus Haushalten erhöht werden. "Denn einmal Alu", so Labat, "heißt immer Alu."

(NGZ/jco)