Neuss: 350 Besucher beim Auftakt der Herzwoche

Neuss : 350 Besucher beim Auftakt der Herzwoche

350 Interessierte kamen gestern zur Auftaktveranstaltung der Herzwochen, einer Gemeinschaftsveranstaltung von NGZ und Deutscher Herzstiftung, ins Sparkassenforum.

Sie erfuhren von drei Referenten alles Wissenswerte über die tückische Volkskrankheit Bluthochdruck — tückisch, weil sie zunächst keine erkennbaren Beschwerden mit sich bringt und doch lebensbedrohlich werden kann. NGZ-Redakteurin Ruth Wiedner begrüßte unter anderem den wissenschaftlichen Leiter der Herzwochen, Professor Dr. Michael Hause vom Lukas-Krankenhaus. Er machte Mut: "Die richtige Einstellung mit Medikamenten gelingt fast immer, es ist nur eine Frage der Zeit und der Mitarbeit des Patienten."

Dr. Stefanie Evers, Oberärztin im Etienne-Krankenhaus, referierte zum Thema "Was ist eigentlich ein hoher Blutdruck?" Die Zuhörer erfuhren, dass Bluthochdruck, in der Regel versteht man darunter einen Wert von über 140 zu 90, die häufigste internistische Erkrankung sei. Noch beunruhigender: "Bluthochdruck reduziert die Lebenserwartung." In 95 Prozent der Fälle ist er eine eigenständige Erkrankung, bei fünf von 100 Bluthochdruck-Fällen steckt eine andere Krankheit dahinter.

Geschädigt werden vor allem Herz, Nieren und Augen — Herzinfarkt, Schlaganfall und Sehstörungen bis zur Erblindung können die Folgen sein. Dr. Carsten Stoepel, Leitender Oberarzt im Lukaskrankenhaus, erläuterte mögliche operative Eingriffe. Wenn Bluthochdruck nicht Folge einer anderen Erkrankung ist, könnten die Nervenfasern entlang der Nierenarterien verödet werden. So werde die Niere von der Blutdruckregulation abgekoppelt. Bei Bluthochdruck bedingt durch andere Erkrankungen gilt es mitunter, einen oft gutartigen Tumor, der sich meist in der Nebenniere angesiedelt hat, zu entfernen.

Bei Einengung der Hauptschlagader empfiehlt es sich, einen Stent zu setzen. Kardiologe Dr. Christoph Steffens nannte Übergewicht, Rauchen, Alkoholgenuss und eine salzhaltige Ernährung Risikofaktoren. Gegen Bluthochdruck gebe es "ein ganzes Arsenal von Medikamenten" wie Betablocker oder ACE-Hemmer. Was er fast täglich in seiner Praxis beobachtet: "Auch jüngere Leute leiden zunehmend an Bluthochdruck."

Info Bis zum 14. März finden fünf Herzseminare im Kreis statt, das nächste am 7. Dezember im Forum der Kleinenbroicher Realschule.

(NGZ/rl)
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