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Neuss: RLT: Skurrile Flucht vor eigenem Mörder

Neuss : RLT: Skurrile Flucht vor eigenem Mörder

Die Flucht vor einem Mörder, der Kampf um Leben und Tod und die ganz große Liebe – das ist das Rezept für den Erfolg vieler Filme und Theaterstücke. Beim Rheinischen Landestheater (RLT) kommt heute Abend eine weitere Zutat hinzu.

Die Flucht vor einem Mörder, der Kampf um Leben und Tod und die ganz große Liebe — das ist das Rezept für den Erfolg vieler Filme und Theaterstücke. Beim Rheinischen Landestheater (RLT) kommt heute Abend eine weitere Zutat hinzu.

Im letzten Stück der Spielzeit "I hired a contract killer" (Ich habe einen Auftragsmörder engagiert) mit dem Zusatztitel "Wie feuere ich meinen Mörder?" dominiert vor allem eines: die Absurdität — und das in vielerlei Hinsicht. Da ist zum einen die Handlung: Henri verliert seinen Job und spürt, dass er völlig einsam ist. Er ist seines Lebens überdrüssig, doch die Versuche, sich umzubringen scheitern. Selbst das will dem Verlierer nicht gelingen und so gibt er in einer dunklen Bar diesen Job ab: Er lässt einen Auftragskiller für sich selbst anheuern. Doch, kaum ist der Auftrag erteilt, überlegt es sich der Lebensmüde anders. Schuld ist, wie könnte es anders sein, eine Frau. Henri verliebt sich in die Rosenverkäuferin Margaret. Doch der Killer hat Henri auf der Abschussliste.

Es ist das wohl skurrilste Stück der gesamten Spielzeit, eine Zugabe, die ganz anders ist. Dass sie es ist, ist zu großen Teilen Michael Mertins zu verdanken. Mit dem Stück beendet der 32-Jährige seine Zeit als Regieassistent am RLT. "Das ist so etwas wie mein Meisterstück", sagt der gebürtige Würzburger, der seit der Spielzeit 2008/2009 am RLT gearbeitet hat. Er hat das Drehbuch des finnischen Autors Aki Kaurismäki innerhalb von vier Tagen umgeschrieben und dem skurrilen Charakter des Stückes dabei eine weitere Note verliehen: Alle rund zehn Rollen werden von nur zwei Schauspielern, Matthias Brüggenolte (32) und Christiane Nothofer (31), gespielt. Mertins hatte aus der der Not eine Tugend gemacht: Denn wegen der Groß-Inszenierung von "Viel Lärm um nichts" hatte er für sein "Meisterstück" nur eben diese zwei Schauspieler zur Verfügung. Eine großes Kostüme- Wechseln wird es trotzdem nicht geben. Mertins, der auch für die Ausstattung verantwortlich ist, und Dramaturgin Alexandra Jacob (32) setzen dagegen auf die Fähigkeiten ihrer Schauspieler.

Info Die Premiere heute ist ausverkauft, Karten (Tel. 02131-269933) gibt es aber noch für drei weiteren Termine: 14./15. und 26. Juni.

(NGZ)