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Neuss: FDP will Mädchen-Realschule noch retten

Neuss : FDP will Mädchen-Realschule noch retten

Die Neusser FDP hat sich am Dienstag in einem Brief an NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann gewandt, um die Mildred-Scheel-Realschule für Mädchen noch vor dem Aus zu retten. Morgen soll der Stadtrat einen Schließungsbeschluss fassen.

Die Liberalen reagieren mit dem Schreiben auf eine Stellungnahme der Bezirksregierung. Die hat darin die Notwendigkeit erklärt, die Schule schließen zu müssen: "Bei einer Realschule müssen mindestens zwei Klassen mit je mindestens 26 Schülern gebildet werden", sagt eine Sprecherin. "Auch die Besonderheit, dass es sich bei der Mildred-Scheel-Realschule um eine Mädchenschule handelt, kann die Schule mit nur 21 Anmeldungen für den Jahrgang 5 des kommenden Schuljahres nicht retten. Das Schulgesetz sieht keine Ausnahmetatbestände, die hier greifen könnten." Die Bezirksregierung verweist auf die vier anderen Realschulen in Neuss, davon eine am gleichen Standort und die Realschule Südstadt in vier Kilometer Entfernung.

Aus Sicht der Neusser FDP geht es nicht um die Erreichbarkeit einer anderen Realschule, sondern darum, dass diese keine Mädchen-Realschulen sind. Fraktionsvorsitzender Heinrich Köppen: "Angesichts der Besonderheit der Mildred-Scheel-Schule ist es den Mädchen nicht zuzumuten, zu einer gemischten Realschule zu wechseln." Gemäß dem zu berücksichtigenden Elternwillen seien die Schülerinnen bewusst auf einer Mädchenschule angemeldet worden. "Wir wollen in Neuss diese Einzigartigkeit der Mädchen-Realschule erhalten." Die CDU sieht in der FDP-Haltung kein Problem für die Koalition. Vorsitzender Karl Heinz Baum: " Die Fakten sprechen für die Schließung, die Aussagen der Bezirksregierung sind eindeutig."

(NGZ)