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Neuss: Radwege auf dem Prüfstand

Neuss : Radwege auf dem Prüfstand

Der Fahrradclub ADFC stellt mit seinem "Fahrradklima-Test" deutsche Städte auf den Prüfstand. Wie fahrradfreundlich Neuss ist, erklärt Heribert Adamsky, Vorsitzender des Ortsverbands. Die NGZ ging mit ihm auf Tour.

Ob es ausreichend Fahrradwege gibt und ob in einer Stadt auf die Sicherheit für Radler geachtet wird — damit beschäftigt sich noch bis Ende diesen Monats der "Fahrradklima-Test" des Fahrradclubs ADFC. Was für die Radler in Neuss getan wird, erklärt Heribert Adamsky, Vorsitzender des ADFC Neuss, am besten. Bei einer Rundfahrt durch die Stadt hat er Situation der Radler in den Blick genommen.

Radfahr- UND SCHUTZSTREIFEN Wenn Adamsky durch die Neusser Straßen fährt, fällt ihm auf, dass die Radwege an vielen Stellen viel zu eng sind. "Deswegen trauen sich viele Radfahrer nicht, sie zu benutzen." Um dieses Problem zu lösen, befindet sich der ADFC bereits in Verhandlungen mit der Stadt. "Unsere Arbeit trägt schon erste Früchte: Auf der Dreikönigenstraße wurden beispielsweise Radfahrstreifen angelegt, die den Radfahrern genug Platz bieten", sagt Adamsky.

Zusätzlich stehe der ADFC vor dem Problem, dass die Radfahrstreifen oftmals von Hindernissen, wie parkenden Autos oder Müllcontainern, blockiert werden, berichtet Adamsky. "Besonders rund um den Alexianerplatz fällt mir das immer wieder auf", sagt er.

Abstellmöglichkeiten Besonders gut gelungen ist die Radstation am Hauptbahnhof, findet Adamsky. Dort können Pendler ihr Fahrrad tagsüber sicher abstellen und abends kleine Reparaturen erledigen lassen. "In puncto Abstellmöglichkeiten ist in Neuss schon einiges passiert", lobt er. "Dennoch sind die Fortschritte noch ausbaufähig." Zum Beispiel sei die Lage am Theodor-Heuss-Platz fatal. "Dort quellen die Fahrradständer förmlich über."

BESCHILDERUNG Grundsätzlich sei die Beschilderung für Fahrradfahrer nicht schlecht, sagt Adamsky. Dabei lobt er besonders, dass die Stadt auf Beschwerden über fehlerhaft aufgestellte oder fehlende Schilder schnell reagiert. Aber für die Zukunft ist noch einiges mehr geplant. Beispielsweise soll 2013 ein "Knotenpunktsystem" eingeführt werden, das es Touristen leichter macht, Ziele einfacher zu erreichen.

Radwegenetz Momentan sei es in Neuss noch nicht ganz einfach, mit dem Rad von A nach B zu gelangen. "Darum ist es ein wichtiger Punkt, das Fahrradwegenetz auszubauen", meint Adamsky. Der ADFC setzt sich derzeit dafür ein, dass mehr Einbahnstraßen für Fahrräder in beide Richtungen geöffnet werden. "Außerdem ist es uns sehr wichtig, die Innenstadt für Fahrradfahrer besser erreichbar zu machen", erzählt Adamsky. "Leider kämpfen wir immer noch mit dem Problem, dass unsere Anliegen bei den Verantwortlichen oft wenig Priorität haben." Um dieses Problem in Angriff zu nehmen, bedarfe es der Unterstützung der fahrradfahrenden Bürger. Der ADFC hofft auf viele Abstimmer, die die Lage in ihrer Stadt in 27 Fragen bewerten können. "Denn nur dann weiß die Stadtverwaltung, was sich wirklich ändern muss", meint Adamsky.

(NGZ/rl)