Dinslaken ist nun offiziell fahrradfreundliche Stadt

Dinslaken: Offiziell: Dinslaken ist fahrradfreundlich

Zwei Spatenstiche für Autobahnen hatte er an diesem Tag schon hinter sich gebracht. Nach Dinslaken führte Landesverkehrsminister Hendrik Wüst am Donnerstag allerdings eine Alternative zum Auto. Es ging ums Fahrrad.

Da sage noch einer, nur mit vier Rädern ginge es schnell voran. Erst am 4. Juni hatte Bürgermeister Michael Heidinger Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise (AGFS) in Dinslaken begrüßt. Diese wollten überprüfen, ob die Stadt die Kriterien zur Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft erfüllt. Gestern – gerade einmal neun Wochen später – kam der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst vorbei, um die Urkunde, die Dinslaken nun auch offiziell zur fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt erklärt, vorbeizubringen und sie gemeinsam mit der AGFS-Vorsitzenden Christine Fuchs und dem Bürgermeister im Ratssaal zu unterschreiben.

Nicht nur das Tempo, in dem Dinslaken damit die Formalien zur Aufnahme als 83. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft hinter sich gebracht hat, freute den Bürgermeister. Er dürfte auch großes Gefallen an den Worten gefunden haben, die der Minister zum feierlichen Anlass sprach. Wüst nämlich machte klar, wie sehr der Landesregierung und ihm – als Münsterländer gewissermaßen ebenso geborener Radfahrer wie der Niederrheiner – die Förderung der Nahmobilität und damit auch des Fahrrads am Herzen liege. Und noch besser, dass dafür auch eine Menge Geld zur Verfügung steht. „Wir können die Radwege gar nicht so schnell planen, wie das Geld da wäre, sie zu bauen“, sagte Wüst. Der Landesverkehrsminister verband dies mit einer deutlichen Aufforderung an den Bürgermeister: „Scheuen Sie sich nicht bei uns in Düsseldorf mit ihren Projekten anzuklopfen und Geld für sie abzuholen. Solange es da ist, bekommen Sie es gerne.“

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Wenn es darum geht zukunftsweisende Projekte zu entwickeln, die Dinslaken noch fußgänger- und fahrradfreundlicher machen, hilft die AGFS gern, wie deren Vorsitzende klar machte. Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als Netzwerk von Kommunen, die sich auf einen gemeinsamen Weg gemacht haben und von den dabei gemachten Erfahrungen gegenseitig profitieren können.

Heidinger machte deutlich, dass Dinslaken bereits eine Menge getan habe, um in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen zu werden und dass die Kommune keinesfalls auf dem Weg stehen bleiben wolle, sondern weitere Anstrengungen unternehmen werde. Das muss sie auch, denn die Urkunde, die gestern unterschrieben wurde, ist, worauf der Landesverkehrsminister hinwies, auch Ansporn und Verpflichtung. In sieben Jahren wird die Zertifizierung überprüft. Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt, dass Dinslaken diesen Test dann auch bestehen wird. Nur die Begrifflichkeit muss er noch ein bisschen üben. „Wir werden richtig Gas geben“, versprach Heidinger in schönstem Autosprech. In sieben Jahren wird er dann wohl berichten, dass Dinslaken kräftig in die Pedale getreten hat.

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