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Neuss: Land zahlt für die Flüchtlinge

Neuss : Land zahlt für die Flüchtlinge

54 Asylbewerber sind da, heute sollen weitere 50 Menschen ins ehemalige St. Alexius-Krankenhaus einziehen. Dort wurden 150 Plätze geschaffen. Kosten entstehen der Stadt durch die Aufnahme der Flüchtlinge nicht.

Gestern Nachmittag wies die für die Unterbringung von Asylbewerbern zuständige Bezirksregierung Arnsberg an, dass weitere 50 Menschen, die eine Erstaufnahme in Dortmund durchlaufen haben, nach Neuss verlegt werden. Sie werden spätestens heute im ehemaligen Krankenhaus St. Alexius eintreffen. Das bestätigte Christoph Söbbeler, Sprecher der Behörde.

An der Nordkanalallee wurden in den vergangenen Tagen 150 Plätze eingerichtet. Die ersten 50 Flüchtlinge sind Samstag eingezogen. Nachdem zuletzt mit Hochdruck gearbeitet wurde, das Gebäude bezugsfertig zu machen, kehrt nun langsam Normalität ein — Zeit, Antworten auf Fragen rund um das Thema Asylbewerber in Neuss zu geben.

Welchen Status hat das "St. Alexius", in dem nun Flüchtlinge "wohnen"?

Derzeit kommen täglich bis zu 200 Flüchtlinge in den beiden Standorten für die Erstaufnahme in Bielefeld und Dortmund an. Von dort werden sie nach wenigen Tagen in zentrale Unterkünfte verlegt. Die 1550 vorhandenen Plätze in Hemer und Schöppingen reichen angesichts des Zustroms der Flüchtlinge insbesondere aus dem Nahen Osten und vom Balkan nicht mehr aus. Neuss kommt nun — vorübergehend — als dritter Standort hinzu.

Wie lang ist "vorübergehend"?

Der Vertrag, den der Orden der Alexianerbrüder mit der Bezirksregierung Arnsberg geschlossen hat, sieht eine befristete Nutzung des ehemaligen Krankenhauses bis zum 30. November 2013 vor.

Wer zahlt die Mieter? Wer zahlt für die Betriebskosten?

Im Auftrag des Landes NRW kümmert sich die Bezirksregierung Arnsberg um die Unterbringung der Asylbewerber. Die zentrale Unterbringungseinrichtung in Neuss (Alexius) wird komplett vom Land finanziert; der Stadt Neuss entstehen in diesem Fall keine Kosten.

Gibt es außerhalb des St. Alexius noch Plätze für Asylsuchende in der Stadt?

Ja. Neuss hält insgesamt 250 Plätze an drei Standorten vor: Bergheimer Straße, Berghäuschensweg, Derendorfweg. Derzeit wurden der Stadt 135 Asylbewerber aus den zentralen Unterkünften zugewiesen, deren Verfahren angelaufen sind. Die Zuweisung erfolgt nach einem kommunalen Schlüssel. Für diese Flüchtlinge trägt die Stadt auch die finanzielle Verantwortung.

Wird die städtische Ausländerbehörde im St. Alexius tätig?

Nein. Die Bezirksregierung Arnsberg richtet dort ein mit drei Mitarbeitern besetztes Büro ein, das sich um die verfahrenstechnischen Dinge der Menschen kümmert.

Woher kommen die Flüchtlinge?

Bisher aus Syrien, Iran, Somalia, Serbien und Mazedonien. "Es sind viele darunter, die aus Kriegsgebieten geflohen sind", sagt Jost Paul, Anwalt des Ordens, "das ist ganz im Sinne der Alexianerbrüder."

(NGZ/rl/jco/url)