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Neuss: Lichtkunst setzt Neuss neu in Szene

Neuss : Lichtkunst setzt Neuss neu in Szene

Auf die verwandelnde Wirkung von Licht will die Stadt setzen, die sich mit einem solchen Konzept beim Land um Fördermittel der Initiative "Ab in die Mitte" bewirbt. Im Hafen setzt die "Guerilla-Marketing" bereits eigene Akzente.

Mit Licht kann man Akzente setzen. Das weiß man in der Stadtverwaltung, die sich beim Land mit einem Konzept für Fördermittel der City-Offensive "Ab in die Mitte" 2013 beworben hat, das auf genau diesen Effekt setzt.

Das weiß aber auch Oliver Bienkowski von der Marketingagentur "Guerilla-Marketing" am Hermannsplatz, der mit Laserinstallationen vor allem Zweckbauten im Hafen ganz neu in Szene setzen möchte. Nach ersten Testläufen in der Nacht zum Sonntag will er jetzt bei den Anliegerfirmen für seine Idee werben. Ein Argument des Lichtkünstlers: "Im Hafen ist es einfach zu dunkel."

Bienkowski hatte vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal mit Licht von sich reden gemacht. Er zielte mit einem grünen Laserstrahl vom Hamtorhochhaus auf das Futtermittelsilo von RWZ im Hafen — und provozierte vor allem besorgte Anrufe bei der Polizei. Andere Aktionen folgten, zuletzt war der Geschäftsführer der "Caveman Guerilla-Marketing" bei der Langen Nacht der Industriekultur im westfälischen Unna aktiv, das ein eigenes Lichtkunstmuseum unterhält. In Neuss setzte er eher kleinere Projekte um, ist Anfang Dezember mit einer Weihnachtsmann-Projektion im Zeughaus Partner von Neuss-Marketing. "Ich schätze seine Phantasie", betont Geschäftsführer Peter Rebig. "Es ist schwierig, in Neuss große Projektionsflächen zu finden", benennt er das Kernproblem für Lichtkünstler. Doch dafür hat Bienkowski eine Lösung gefunden.

Ein bis zwei Projektoren pro Objekt braucht der Neusser, um Industriebauten mit Licht zu verwandeln. "I Love Neuss" war am Wochenende die Botschaft, doch das möchte Bienkowski im Jahresverlauf variieren. Parallel könnte er sich die Montage von Lautsprechern vorstellen, um den Eindruck des Lichtes durch Klang zu unterstreichen.

Von den Unternehmen, die durch Licht auch zu einem neuen Image kommen könnten, ließe sich Bienkowski diese Marketing-Idee bezahlen — nachdem geklärt ist, ob und wie sein Vorhaben mit der Werbesatzung der Stadt zusammenpasst. Als möglicher Partner bei "Ab in die Mitte" würde er sich großzügiger zeigen: "Neuss ist die Stadt in der ich lebe", erklärt er.

Stadtsprecher Michael Kloppenburg bestätigt Gespräche dazu, betont aber: "Wir müssen zunächst die Entscheidung des Landes abwarten." Noch sei nichts festgezurrt.

Bei den fünf Themenschwerpunkten im Konzept geht es auch bei "Ab in die Mitte" um Licht-, Klang- und Tonkollagen — und wie sie verfremden und Sichtweisen irritieren. Ein Gedanke dabei geht in die Richtung, markante Bauwerke in der Innestadt wie die Christuskirche, das Obertor oder das Quirinus-Münster durch Licht miteinander zu verbinden. "Mal sehen", so Kloppenburg, "was sich machen lässt.

(NGZ/rl/url)