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Neuss: Lärmschutz nach sechs Jahren durchgesetzt

Neuss : Lärmschutz nach sechs Jahren durchgesetzt

Hartnäckig hat das Bürgerforum Elvekum gekämpft. Nun werden auch die fehlenden Lärmschutzwände gebaut, finanziert aus Bundesmitteln.

Gelb ist eine Farbe, die gute Laune signalisiert. Gute Laune verbreitet beim Bürgerforum Elvekum die Nachricht, dass es in dem beschaulichen Ort nun endlich leiser werden soll. Denn die fehlenden Lärmschutzwände werden ab November gebaut — und die sind auf dem Plan mit fetten gelben Linien markiert.

Lärm adé, die Pläne präsentieren (v.li.) Michael Käufer, Volker Bäumken, Hermann Gröhe, Cornelius Otten, Hans-Jürgen Petrauschke und Uwe Quix. Foto: LH

Bis Mitte des kommenden Jahres, spätestens aber zum Ende, sollen, verspricht Michael Käufer von der DB-Netz AG, der 98 Meter lange Lückenschluss zwischen der Schallschutzwand der Bahn und der städtischen Wand, den die Stadt zur Abschirmung der Neubausiedlung Allerheiligen aufwerfen ließ (östliche Seite Elvekums), sowie die 83 Meter Verlängerung der Schallschutzwand bis zur Brücke über die K30 (westliche Seite) fertig sein. "Dann wird es zwar einige Male wegen der Bauarbeiten noch sehr laut werden, danach wird die jahrelange Lärmbelästigung jedoch der Vergangenheit angehören", sagt Käufer.

Was es für ein Gefühl sein wird, endlich wieder durchschlafen zu können, ohne von vorbeirauschenden Güterzügen geweckt zu werden, können sich Cornelius Otten, Uwe Quix, Christoph Diem und Oliver Rauchholz vom Bürgerforum noch nicht vorstellen, doch die Vorfreude ist groß, und auch die Freude über die Unterstützung, die die rührigen Elvekumer bei ihrem "Lärmproblem" hatten, "leider nicht von der Stadt Neuss", wie Otten bemerkt.

So wurden durch die Vermittlung des Ex-Neusser Schützenkönigs Rainer Halm die Gespräche mit der DB-Netz AG geführt, schaltete sich Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ein und führte der Neusser Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe Gespräche in Berlin mit Verkehrsminister Peter Ramsauer. Im Mai schließlich bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages das Projekt im Rahmen des Infrastrukturbeschleunigungsprogramms II. Das hat für 2013 einen Etat von 750 Millionen Euro zur Verfügung, davon sind 40 Millionen für den "Lärmschutz Schiene" vorgesehen. Davon wiederum werden nun 448 000 Euro in Elvekum investiert. "Ausschlaggebend für den Zuschlag war sicher auch die Tatsache, dass die Maßnahmen einen überschaubaren Umfang haben", meint Michael Käufer.

Der Ansicht war das Bürgerforum schon immer und sieht sich jetzt in seinen unermüdlichen Anstrengungen bestätigt. Deren Höhepunkt war sicherlich vor zwei Jahren ein selbst finanziertes Schallschutzgutachten, das nachts Spitzenwerte von über 90 und einen Dauerlärmpegel bei etwa 65 Dezibel aufzeigte. Ab 85 Dezibel ist an gewerblichen Arbeitsplätzen Gehörschutz vorgeschrieben.

"Es hat sich gelohnt, dass wir hartnäckig geblieben sind und uns nicht haben entmutigen lassen", sagt Uwe Quix. Zwar bleibt das 800 Jahre alte Dorf auch mit den neuen Wänden ein geteiltes, doch ohne den "krank machenden Lärm" eben. "Am Ende wird alles gut", fasste Petrauschke schließlich zusammen.

(NGZ/rl)