1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Bundesstraße 477 trennt Speck und Wehl

Neuss : Bundesstraße 477 trennt Speck und Wehl

Speck und Wehl sind ländliche Orte. Doch die B477 sorgt für Ärger, ebenso wie fehlende Vereinsräume.

Die Dorfgemeinschaft Speck, Wehl und Helpenstein zählt gerade einmal 1274 Einwohner. Ein Grund, warum sich diese dort so wohl fühlen. Umgeben von Feldern und Wiesen lassen sie es sich in der ländlichen Idylle gutgehen. Auch für Siegfried Klappa von der Kirmesgesellschaft Speck-Wehl waren Lage und günstige Grundstückspreise Gründe, vor 20 Jahren nach Speck zu ziehen. Doch es gibt auch Kritikpunkte.

Einer davon ist die stark befahrene Bundesstraße 477, die Speck quasi zweiteilt. Ein Thema, mit dem sich die einen abgefunden haben, das andere jedoch ärgert. Vor einem Jahr ist die Fahrbahndecke der Bundesstraße erneuert worden, was zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen geführt hat. "Natürlich hat das für mehr Lärm gesorgt. Auf der anderen Seite wollten wir aber auch, dass sich am schlechten Zustand der Straße etwas ändert", erzählt Klappa. Mittlerweile ist die Baustelle Schnee von gestern. Der starke Verkehr aber bleibt.

Doch die Anwohner wissen sich zu helfen. Zum Beispiel liegt das alte Ehrenmal "Am Bilderstöckchen" genau an der B477 und ist für einen ungefährlichen Ausflug eher ungeeignet – daher wurde es umgesetzt. "Im vergangenen Jahr hat die Kirmesgesellschaft ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert und wir haben Geld für ein neues Denkmal gesammelt", berichtet Klappa. Ein Mitglied der Dorfgemeinschaft hat auf seinem Grundstück in Wehl einen Platz dafür zur Verfügung gestellt. "Das Fundament steht schon. Jedes Wochenende kommen Leute dorthin, um die Fortschritte zu sehen", sagt Klappa. Zwar sei das Projekt noch nicht vollständig finanziert, doch viel werde in Eigenleistung fertiggestellt. "Das ist quasi unser Gemeinschaftsprojekt." Bei einem weiteren Problem springt ebenfalls die Gemeinschaft ein: In Speck und Wehl gibt es keine Versammlungsräume für Vereine, keine Gaststätten, in die man ausweichen könnte – und kein Geld für eine Lösung. Zwar gibt es ein italienisches Restaurant, das sei aber als Versammlungsort ungeeignet, sagt Klappa. "Die Nachbargemeinden bieten uns aber an, ihre Räumlichkeiten zu nutzen. Das klappt ganz gut." Neukirchen, Hoisten und Helpenstein helfen gerne aus. Und auf der anstehenden Kirmes in Helpenstein sind die Nachbardörfer ohnehin eine feiernde Gemeinschaft.

(jnar)