Neuss: Hoistener Schützen pflegen den Heimatgedanken

Neuss : Hoistener Schützen pflegen den Heimatgedanken

Wer in Hoisten Schützenfest feiert, muss hart gesotten sein. Einerseits wird am Samstag im Festzelt mit der Band "the Voices" nämlich bis spät in die Nacht gefeiert. Andererseits zieht das Tambourcorps am nächsten Morgen schon um 5 Uhr musizierend durchs Dorf, um die Schützen aufzuwecken. "Es muss halt auch mal ohne viel Schlaf gehen", sagt Björn Stockdreher (29) beim Frühschoppen mit Jubilarehrung am Sonntag im Zelt. Da liegen schon Oberstparade und Messe hinter den Schützen. Dabei wurde auch König Klaus II. gekrönt, bekam sein Königssilber.

Beim Frühschoppen blickt die Hoistener Schützenbruderschaft auf ihre sehr lange Tradition zurück. "360 Jahre ist es mindestens her, dass die Bruderschaft in Hoisten gegründet wurde", sagt der stellvertretende Bezirksbundesmeister Günter Fischer in seiner Rede. Seitdem habe sich viel geändert, so Fischer. Deshalb gelte es, sich auch auf die alte Tradition zu besinnen. "Schützenfest bedeutet nicht nur Feiern und geselliges Miteinander, sondern auch eine Pflege unserer Heimat, eurer Dorfgemeinschaft. Hier rücken die Bürger näher zusammen, lernen auch die Interessen Anderer zu verstehen und zu akzeptieren", sagt Fischer.

Da gefällt es ihm natürlich besonders gut, dass Schützenkönig Klaus II. Erlenkamp sich bei der Feuerwehr, in den Tambourcorps' Hoisten und Speck, im Musikverein Holzheim und bei der DJK Hoisten engagiere. "Das nennt man Heimatverbundenheit", sagt Fischer lobend. Anschließend verleiht er den hohen Bruderschaftsorden an Jörn Neßlinger, der seit 1979 als Schütze in Hoisten und auf Bezirksebene engagiert ist. Auch der zweite Geschäftsführer der St.-Hubertus-Bruderschaft Carsten Roether kann sich über den hohen Bruderschaftsorden freuen. Obwohl "Ordensanträge normalerweise über seinen Tisch" gehen, ist es den Schützen gelungen, Roether mit der Ehrung zu überraschen. "Er ist für viele Dinge zuständig und erledigt das sehr zuverlässig", sagt Fischer.

Es bleibt nicht bei zwei Ehrungen. Unter anderem wird Jäger Carsten Ehl für 75 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Jubiläum feiern auch der Hubertuszug Weidmannsheil und die erste Fahnenkompanie der Jäger. Beide Züge marschieren in diesem Jahr zum 50. und zugleich letzten Mal in Hoisten. Zusammen mit über 500 Schützen erweisen sie ihrem König Klaus II. und seiner Königin Sandra bei der Parade und gutem Wetter die Ehre. "Das ist noch besser als vorgestellt", schwärmt der König anschließend.

Jetzt freut er auf die Krönung am Dienstag. Außerdem ist es Tradition, den König beim Montag-Abend-Club aufs Korn zu nehmen. Ebenfalls heute soll sein Nachfolger ausgeschossen werden. Bewerber gab es gestern allerdings noch nicht. Stockdreher ist jedoch optimistisch. Denn: "Ohne König standen wir noch nie da."

(JaHu)
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