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Neuss: Experten beraten in den Herzwochen

Neuss : Experten beraten in den Herzwochen

Die Deutsche Herzstiftung setzt mit den Herzwochen ihre Aufklärungsarbeit fort. 380 Besucher beim Auftakt in Neuss.

Mehr als 300 000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an den Folgen einer koronaren Herzerkrankung. Das Tückische daran: Die Symptome werden erst spürbar, wenn die Arterie bereits verengt ist. Die Fachärzte, die nun im Rahmen der insgesamt sechs Herzseminare sprechen, geben Tipps, wie solchen Erkrankungen vorgebeugt werden kann und stellen Behandlungsmöglichkeiten vor.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Neusser Sparkasse gehörte Professor Michael Haude vom Lukaskrankenhaus zu den Experten. Der wissenschaftliche Leiter des Herz-Seminars sprach vom "Killer Nr. 1 in den westlichen Ländern". Dr. Stefanie Evers, Kardiologin am Johanna-Etienne-Krankenhaus, machte deutlich, dass sich die gefährlichen Ablagerungen an den Wänden der Herzkranzgefäße über Jahre unbemerkt bilden. Wie es zu diesen Ablagerungen kommt: Zu viele Kalorien, zu viel Fett, zu viel Zucker, außerdem Nikotingenuss, Stress, Bewegungsmangel, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen. Wie man merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist: "Schmerzen in der Brust sind ein ernstzunehmendes Indiz", so die Fachärztin. Kritisch werde es auch, wenn bereits geringe körperliche Belastungen zu Beschwerden führten. "Bei Schmerzen in der Brust unverzüglich die 112 anrufen", lautete der Appell der Ärztin.

NGZ-Redakteurin Ruth Wiedner, die das Herz-Seminar moderierte, kündigte unter anderem den Neusser Kardiologen Dr. Frank Bernhöft an. Seine Botschaft: "In 90 Prozent der Fälle kann eine koronare Herzerkrankung durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden." Wichtig seien regelmäßige Ausdauerbelastung, Mittelmeerküche, Gewichtsreduktion und kluger Umgang mit Stress. Und er stellte die gängigen Medikamente mit ihren Vor- und Nachteilen vor, von der Acetylsalicylsäure (Aspirin) über Cholesterinsenker bis hin zu Betablockern. Dr. Hubertus Degen, Oberarzt am Lukaskrankenhaus sprach über die Herzinfarktversorgung im Rhein-Kreis. "Alle Notarztwagen", so Degen, "haben ein EKG an Bord, dessen Untersuchungsergebnisse per Funk über einen zentralen Server an die beteiligten Krankenhäuser übermittelt". Für große Herzinfarkte sei das Lukaskrankenhaus die richtige Adresse. Der Arzt stellte Möglichkeiten der Diagnostik und diverse Eingriffe vor, etwa sogenannte Stents, die sich nach sechs bis zwölf Monaten selbst auflösen. Professor Markus Kamler, Leitender Arzt im Herzzentrum Essen-Huttrop, erklärte, eine Bypass-Operation sei mitunter die bessere Alternative zu den Stents: "Das gilt vor allem für Patienten mit Dreigefäßerkrankung sowie für Diabetiker." Eine Bypass-Operation sei mittlerweile Routine.

(NGZ/ac)