Neuss: Die letzte Tour des Aalschokkers

Neuss : Die letzte Tour des Aalschokkers

Ein Schleppkahn bugsierte das schwimmende Denkmal aus dem Sporthafen.

Es war ein trauriger Abschied: Nur wenige Zuschauer nahmen sich Zeit, um die "Fiat Voluntas" für ihre letzte Fahrt zu verabschieden. 50 Jahre lang hatte der Aalschokker in Neuss seinen Heimathafen, war das einzige schwimmende Denkmal im Stadtgebiet. Nun nahm ihn der Schlepper "Huckingen" längsseits, um ihn in die Werft zu bringen. Neue Heimat: Monheim am Rhein.

Er habe sich gefühlt, wie bei einer Beerdigung, bekannte Franz-Josef Schäfer, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wassersport treibenden Vereine. Er kann sich noch an die Jahre erinnern, als Fischer Wilhelm Wirtz nachts auf dem Rhein den Aalen nachstellte. "Dazu wurde das Boot aus dem Hafen herausgeschleppt und in Fangposition verankert", ergänzt Willi Wirtz jun., der sein Schiff der Stadt Neuss mehrfach zum Kauf angeboten hatte. Nun verabschiedete er sein Boot mit militärischem Gruß.

Auch das Schiff habe sich schwer getan, sich vom Neusser Heimatboden zu trennen. Der Anker ließ sich nicht lichten, berichtet Schäfer. Über den Rhein ging es nach Krefeld und von dort mit dem LKW nach Oranienburg, wo die "Fiat Voluntas" im Auftrag der Stadt Monheim als neuer Besitzerin zum Museumsschiff umgebaut wird. "Dort wird der Aalschokker für Besucher neu zu entdecken sein", sagt Schäfer und fügt hinzu: "Hoffentlich auch von Besucher aus Neuss."

(NGZ)