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Nettetal: Zukunft der Hauptschule ist ungewiss

Nettetal : Zukunft der Hauptschule ist ungewiss

Die Stadt möchte die Lobbericher Schule gerne verkaufen. Sie könnte als Schulungsstätte dienen, kann aber auch umgebaut werden bis hin zu barrierefreien Wohnungen. Geprüft wird parallel auch der Abriss des Gebäudes.

In Ferien liegen Schulen immer still und verwaist da. Schüler und Lehrer machen einen großen Bogen um das Gebäude, an dem sich höchstens Handwerker zu schaffen machen, weil etwas repariert, umgebaut oder saniert werden muss. An der Hauptschule am Ingenhovenweg in Lobberich ist das anders. Mit dem letzten Schultag am 4. Juli, war unwiderruflich Schluss mit Unterricht. Die Zukunft des Gebäudes ist ungewiss.

 Möglicherweise kann das Hauptschulgebäude verkauft werden. Findet sich allerdings keine Lösung, dürfte der Abriss unvermeidbar sein.
Möglicherweise kann das Hauptschulgebäude verkauft werden. Findet sich allerdings keine Lösung, dürfte der Abriss unvermeidbar sein. Foto: Franz-Heinrich Busch

Susanne Fritzsche, die Technische Beigeordnete der Stadt Nettetal, gerät fast ein wenig ins Schwärmen, wird sie auf den Schulbau angesprochen. "Es ist ein wunderschönes, sehr harmonisches Gebäude. Die Schule ist hell, hat breite Gänge und strahlt eine hohe Funktionalität aus. Besonders schön sind die Natursteinböden, wenn man mal auf Details schaut", sagt sie.

Aber es gibt einen Pferdefuß: Das Schulgebäude ist unter energetischen Gesichtspunkten völlig aus der Zeit gefallen. Das galt schon vor den Phasen immer strengerer Energiesparverordnungen und der von der Kanzlerin verordneten Energiewende. Die Elektroheizung frisst enorm Energie und Geld, sie ist häufiger auch ausgefallen und kein Sanierungsfall. "Sie müsste komplett herausgenommen und durch eine andere Heizung ersetzt werden. Aber das gilt für alle technischen Einrichtungen. Wer das Gebäude erwirbt, muss sich darüber im Klaren sein, dass alle Leitungen herausmüssen und generell ein enormer Sanierungsbedarf allein in den technischen Anlagen besteht", sagt die Dezernentin.

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Was mit dem Gebäude geschehen wird, ist zurzeit vollkommen ungewiss. Die Stadt hat Interesse daran, einen Käufer für den Komplex zu finden. Im Gebäude könnten Büros und Dienstleister einziehen. Auch als Schulungsstätte ist das Gebäude selbstverständlich zu nutzen. Fritzsche kann sich aber auch vorstellen, dass die Hauptschule eine ganz andere Funktion erhält. "Die Substanz zum Bau barrierefreier Wohnungen ist in jedem Fall auch vorhanden", sagt sie. Ob jemand bereits ist, für Kauf und Umbau das erforderliche Geld in die Hand zu nehmen, steht auf einem anderen Blatt.

Schweren Herzens wird die Stadt daher parallel zu den Vermarktungsbemühungen auch den Abriss des Gebäudes prüfen müssen. Davon ausgenommen bleibt die benachbarte Sporthalle, die nach einem Brandschaden vor einigen Jahren umfangreich saniert worden war. An dem Komplex "hängt" außerdem die Wohnung des Hausmeisters, die die Baugesellschaft Nettetal vor etlichen Jahren mit anderen Hausmeisterwohnungen im Stadtgebiet übernommen hatte.

Fritzsche weiß genau, dass eine Entscheidung in den kommenden Monaten fallen muss. Bisher ist die Schule von Vandalismus weitgehend verschont geblieben. Aber das ist in Nettetal keine Garantie. Tauchen die ersten Schmierereien an Wänden auf und ist das erste Fenster eingeworfen, dürfte das ein Dammbruch sein.

Die Kosten von Unterhaltung und Abriss hat die Stadt jetzt abzuschätzen. Dann ist abzuwägen, wie entschieden wird. Das ist eine ambitionierte Aufgabe. Denn ein Teil der Hauptschule ist unterkellert. Hier befindet sich ein sogenanntes Hilfskrankenhaus aus der Zeit des Kalten Krieges.

(RP)