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Moers: Wenn Füße durchs Programm treiben

Moers : Wenn Füße durchs Programm treiben

Das "National Dance Company Of Ireland" gastierte in der Enni-Eventhalle und begeisterte das Publikum. 13 Tänzerinnen und Tänzer, dazu die Musiker, gestalteten einen erstklassigen Abend.

Ein gewaltiger Vollmond in einen mit Sternen übersäten Nachthimmel schmückte die Bühnenrückwand, dazu ertönte ein wildes Rauschen vermischt mit einer zarten Flötenmelodie aus den Lautsprechern. Dann huschten vier Musiker mit ihren Instrumenten auf die ansonsten noch dunkle Bühne und setzten sich unter den Vollmond. So begann die knapp zweistündige Bühnenshow, mit der das Ensemble der "National Dance Company Of Ireland" jetzt auf ihrer diesjährigen Deutschlandtournee in der Enni Eventhalle in Moers zu Gast war.

Was dann folgte war eine wahrhaft gelungenen Mischung aus rasanten irischen Stepptänzen, romantischen Balladen und bekannten Volksweisen, tollen Kostümen und beeindruckenden Bildprojektionen von wilden irischen Küsten, alten urchristlichen Gemäuern und dramatischen Sonnenuntergängen über dem Meer.

Insgesamt 13 Tänzerinnen und Tänzer, sowie eine Sängerin und vier Musiker mit Banjo, Flöte, Gitarre und der traditionellen irischen Bodhran-Trommel gestalteten die Show an diesem Abend, wobei alle erstklassig waren.

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Das vorab, doch zunächst gingen die Flötenklänge unter dem gewaltigen Vollmond erst einmal in ein lautes, rhythmisches Stakkato über, zu dem die ersten Tänzer und Tänzerinnen auf die Bühne kamen und den Rhythmus mit ihren früher mit Metall, heute mit Kunststoff beschlagenen, "heavy shoes" genannten Steppschuhen übernahmen.

Trotz der rasant wirbelnden Beine blieben die Oberkörper dabei so gut wie unbeweglich. Ein Tanzstil, der erst durch den Einfluss der seit Mitte des 18. Jahrhunderts von den durch die irischen Dörfer ziehenden "Dance Masters" populär gemacht wurde. In der Show tanzte man diesen Stil jedoch überwiegend in Gruppen und auch paarweise und verblüffte die Zuschauer dabei mit perfekt synchron dargebotenen Choreografien.

Daneben gab es an diesem Abend aber auch fröhliche dörfliche Rundtänze und unter der Bildprojektion der New Yorker Skyline sogar einen jazzigen Tanz in weiß gepunkteten, blauen Petticoat-Röcken, was an die oft durch große Not geborenen Auswanderungen vieler irischer Familien nach Kanada, Australien, Neuseeland und vor allem nach Amerika erinnern sollte. Für andere Zeitepochen schlüpften vor allem die Tänzerinnen ebenfalls immer wieder in die dazu passenden Kostüme.

So trugen sie zum Beispiel zum dörflichen Rund- und Reihentanz weite, wadenlange Röcke und weiße Spitzenblusen und zu den Stepptänzen in der Regel auch kurze Röckchen mit prachtvoll glänzenden Miedern.

Neben den Tanzeinlagen begeisterten aber auch die Musiker an diesem Abend nicht nur als Begleitband der Tänzer, sondern mit zahlreichen, gemeinsam und solo gespielten Einlagen, wobei sich der Banjo-Spieler außerdem auch noch als stimmlich versierter Sänger romantischer Balladen und so bekannter irischer Volksweisen wie "Whiskey in the Jar" und "Ring a Ring o' Roses" profilierte. Dem Publikum gefiel's.

Sie bedankten sich am Ende mit einem begeisterten Applaus für diese zwei unterhaltsamen Stunden.

(lang)