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Moers: Bubble Tea lockt Schüler

Moers : Bubble Tea lockt Schüler

Die Köstlichkeit aus Fernost hat es bis an den Niederrhein geschafft. Das Café Pilatus im Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum verkauft seit zwei Wochen den Mix aus Tee, Milch und Frucht. Die Schüler stehen Schlange.

Die Wahl fällt schwer: Grüner oder schwarzer Tee? Milch oder Joghurt? Grüner Apfel oder Honigmelone? Orange oder Erdbeere? Die meisten Erwachsenen stehen angesichts dieses Fragenkatalogs eher ratlos vor dem Tresen im Café Pilatus. Die Jugendlichen hingegen haben den Dreh schnell raus. Die 13-jährige Laura bestellt routiniert ihren grünen Tee mit Erdbeersirup und Maracuja-Kugeln. Bubble Tea — es ist das neue In-Getränk der Moerser Schüler.

Molekularküche trifft Asien

Seit zwei Wochen verkauft Inhaber Andreas Weimer den Perlentee. Laura und ihre Freundin Alina gehören bereits zu den Stammkunden des Cafés. Regelmäßig nach der Schule gönnen sie sich ihren neuen Lieblingsdrink. Es ist ein Getränk auf der Basis von grünem oder schwarzen Tee, mit Milch oder Joghurt gemischt und gesüßt mit Fruchtsirup. Verfeinert wird der Mix dann mit den so genannten "Toppings".

Die mit Saft gefüllten Kügelchen, die man durch einen dicken Strohhalm aufsaugen kann, zerplatzen im Mund. "Ein Geschmackserlebnis, wenn der Sirup in den Mund fließt", so Bubble-Tea-Fan Laura. Zusätzlich umfasst das Angebot die tiefschwarzen Tapiokaperlen, die aus der getrockneten Maniokwurzel gewonnen werden.

"Sie erinnern ein bisschen an Lakritze. Entweder man hasst sie oder man liebt sie", verrät Geschäftsführer Ben Ottmann. Ihren Ursprung haben die Tapiokaperlen in Taiwan. "Angeblich haben Mönche damit kleine Kinder zum Trinken bewegen wollen", so Andreas Weimer. Dieses Konzept haben sie sich zu eigen gemacht. "Die Jugendlichen sind unsere Kunden von morgen".

Und dieses Konzept scheint aufzugehen. Nach Schulschluss stürmen die Jugendliche das Café Pilatus. Jetzt heißt es für Andreas Weimer und Ben Ottmann Ärmel hochkrempeln und mixen. Rund 80 Bubble Teas gehen so täglich über die Ladentheke. "Mit diesem Erfolg haben wir nicht gerechnet", strahlt Ottmann. "Ich war eher skeptisch als Andreas mir seine Idee vorstellte. Doch jetzt bin ich einfach nur begeistert."

Das Geheimnis ihres Erfolges liege wohl in den frischen Zutaten, vermutet der Partner. "Viele Franchise-Unternehmer arbeiten mit Teepulver und Instant-Fruchtsirup. Bei uns gibt es so etwas nicht. Wir kochen unseren Tee ganz frisch und kaufen jeden Tag Vollmilch und Joghurt. Auch der Sirup besteht aus frischen Früchten", beteuert Weimer.

Die Toppings bekommen sie direkt vom Händler aus Taiwan. "Zunächst habe ich sogar versucht, die Toppings selbst herzustellen, doch dann hat die ganze Küche von dem Fruchtsirup geklebt, deswegen bestellen wir jetzt lieber in Tawain", erzählt Weimer lachend.

Dennoch experimentiert er weiter. "Als nächstes möchten wir gerne Kiwi- und Lychee-Geschmack anbieten. Außerdem testen wir gerade Toppings aus Joghurt, doch hier klappt es noch nicht so richtig mit der Konsistenz". Die Schüler freuen sich auf die Variationen. Laura und Alina probieren jedes Mal andere Zusammenstellungen aus, auf der Suche nach einem neuen Geschmackserlebnis.

(RP)