Mönchengladbach: "Professorin des Jahres" lehrt in Gladbach

Mönchengladbach : "Professorin des Jahres" lehrt in Gladbach

Christina Jasmund von der Hochschule Niederrhein wurde als "Wegbereiterin für Karrieren" vom Absolventenmagazin "Unicum" ausgezeichnet. Die Nominierung kam von ihren Studenten. Die schätzen vor allem das praxisnahe Lernen.

Am 24. Oktober gibt es für die Absolventen des Studiengangs "Bildung und Erziehung in der Kindheit" an der Hochschule Niederrhein Zeugnisse. Und nicht nur das: An diesem Tag bekommt auch eine der Professorinnen des Studiengangs, Christina Jasmund, ein ganz besonderes Zeugnis. Die Redaktion der Absolventenzeitschrift "Unicum Beruf" hat Jasmund zur "Professorin des Jahres" in der Kategorie Geistes-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften gekürt.

Studenten konnten Professoren für den Preis nominieren, eine Jury entschied letztendlich anhand von Dossiers über die Gewinner. Anfang September erreichte Jasmund die frohe Botschaft. "Ich weiß bis jetzt nicht, wer genau mich eigentlich nominiert hat", sagt die 52-Jährige. Sie hat aber eine Vermutung: Die diesjährigen Absolventen könnten es gewesen sein. Deshalb möchte sie auch an deren Zeugnisvergabe mit ihnen gemeinsam feiern.

Als "Wegbereiterin für Karrieren" - so der offizielle Untertitel der Auszeichnung - sehen sie die Studenten. Das liegt wohl auch daran, dass Jasmund nicht nur trockene Theorie vermittelt, sondern viel Praxiserfahrung mitbringt. Die gebürtige Rostockerin hat noch zu DDR-Zeiten eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert, später studierte sie berufsbegleitend Philosophie und Sozialpädagogik.

Nach der Wende leitete sie eine Kindertagesstätte in Heiligenhaus im Kreis Mettmann. Am Berufskolleg Erkelenz begann sie mit der Lehre, in der Fachschulausbildung für Erzieher. Nebenbei promovierte sie an der Uni in Osnabrück. "Ich habe mich in der Promotion mit den Bewegungskindergärten in NRW beschäftigt", erzählt sie. Seit 2009 arbeitet sie nun in Vollzeit für die Hochschule Niederrhein, lebt allerdings in Düsseldorf.

Den Studiengang "Bildung und Erziehung in der Kindheit" gibt es seit dem Wintersemester nicht mehr. Er heißt jetzt "Kindheitspädagogik", wird mit einem Bachelorabschluss beendet, und ist enorm beliebt: "Auf 35 Plätze hatten wir rund 1500 Bewerbungen", erzählt Jasmund. Der Schwerpunkt liegt auf Bildungs- und Erziehungsangeboten für Null- bis Zehnjährige.

Jasmund setzt sich dafür ein, dass die Praxisarbeit im Studium eine tragende Rolle spielt. "In einem Modul sollen meine Studenten in Kindergärten und Tagesstätten Konzepte erarbeiten und wissenschaftliche Analysen durchführen", erzählt sie. Diese Arbeit gebe sowohl den Studenten die Möglichkeit, den Berufsalltag kennenzulernen. Zudem können sie Kontakte für die spätere Karriere knüpfen. "In der Tat haben die Studenten durch diese Praxisarbeit schon viele Stellenangebote für die Zeit nach dem Studium bekommen", sagt Jasmund. "Es ist eine tolle Möglichkeit, sich gegenseitig näher kennenzulernen."

Den Preis sieht Jasmund als Bestätigung für ihre Arbeit. "Es ist schön, so eine Anerkennung zu bekommen und es zeigt, wie sehr das Modell Angewandte Lehre von den Studenten geschätzt wird", sagt sie. Zurzeit hagele es von allen Seiten Glückwunsche. Wo die Urkunde einmal aufgehängt werden soll, weiß Jasmund aber noch nicht. "Ich weiß gar nicht, ob ich sie aufhänge", sagt sie bescheiden.

Neben Jasmund wurden noch Prof. Jan Wieseke von der Ruhr-Universität Bochum (Kategorie Wirtschaftswissenschaften/Jura), Prof. Claus Breuer von der Technischen Hochschule Mittelhessen (Kategorie Ingenieurwissenschaften/Informatik) und Prof. Brigitte Petersen von der Universität Bonn (Kategorie Medizin/Naturwissenschaften) mit dem Preis ausgezeichnet.

(RP)