Mönchengladbach: Gemeinsam mit Bewegung dem Handicap trotzen

Mönchengladbach : Gemeinsam mit Bewegung dem Handicap trotzen

Daniel Tok fühlt und entdeckt wahnsinnig gerne neue Sachen, weiß seine Betreuerin Beate Winkler. Vor dem Bällebad, welches es gleich mehreren Kindern sichtlich angetan hat, schaut er den anderen beim "Baden" zu. Der Jugendliche ist zwar geistig behindert, auf einen Rollstuhl und ständige Betreuung angewiesen, seine Neugierde wird dadurch aber nicht zurückgehalten. "Ab und zu lässt er es aber auch gerne entspannter angehen" so Winkler. Dann geht es für Daniel in die Ruhe-Ecke, mit gedimmten Licht, vielen Decken und Kissen wird dort für Wohlfühlatmosphäre gesorgt.

Auch sonst ist die Neuwerker Krahnendonk-Halle kaum mehr wieder zu erkennen. Die Sporthalle, in der ansonsten Schulklassen ihren Sportunterricht ausüben, wurde anlässlich des 28. Erlebnis- und Bewegungsfest für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche vier Tage lang zu einer Spiel- und Bewegungs-Oase für alle Sinne umgestaltet. Umrandet von hunderten bunten Luftballons, finden sich die vielen verschiedenen Stationen, in denen man sich bewegen aber auch ausruhen, fühlen, hören und riechen kann.

Im großen Wahrnehmungstunnel können die Kinder an Flaschen mit verschiedenen Gerüchen riechen und müssen diese erraten. In der Klangwelt können die Kinder über Kopfhörer Geschichten hören und ein wenig Ruhe finden. Und im Fühlraum warten viele Gegenstände darauf, entdeckt zu werden.

Inmitten der Halle befindet sich zudem eine Plattform mit einer großen Spielzeug-Eisenbahn, die für enormes Interesse sorgt. Daneben gibt es eine Hüpfburg und eine Turn-Ecke mit Trampolin. Wer lieber bewegt werden will, kann eine Runde in einem Schlauchboot auf Rädern drehen, oder draußen auf einem Dreirad über die Sportanlage gefahren werden.

"In Gladbach finden viele Sport- und Bewegungsfeste über das Jahr verteilt statt", sagt Daniela Mills vom Organisations-Team "Krahnendonk bewegt". Diese Feste seien aber in der Regel nicht für behinderte Menschen geeignet. Man wollte damals ein Fest für eben diese Menschen machen, die sonst bei derartigen Aktivitäten zu kurz kommen. Und das kommt auch über die Stadtgrenzen hinaus äußerst gut an. So sind auch in diesem Jahr wieder Einrichtungen aus Viersen, Krefeld oder Neuss dabei. "Das Schöne an diesem Fest ist die Wertschätzung, die den Kindern entgegengebracht wird", sagt Klaudia Thelen, stellvertretende Schulleiterin der Mosaik-Förderschule aus dem Rhein-Kreis-Neuss. "Das Engagement und die Angebotsvielfalt sind super."

Neben den vielen Betreuern der Einrichtungen helfen auch Gladbacher Schüler bei den einzelnen Stationen aus. Kooperiert wird mit der Hans-Jonas-Gesamtschule, der Gesamtschule Hardt und der Bischöflichen Marienschule.

(dola)