Mönchengladbach: Der rockende Ohrenarzt

Mönchengladbach: Der rockende Ohrenarzt

Der Gladbacher HNO-Arzt Maurus Fischer tourt als Gitarrist der Pink-Floyd-Tribute-Band "Kings of Floyd" durch Deutschland und führt das Werk der legendären Band vor Tausenden Fans auf. Am Freitag spielt die Band in der KFH.

Man muss nicht wissen, wie das menschliche Ohr funktioniert, um ein herausragender Musiker zu sein. Aber schaden tut es auf keinen Fall. Der Mönchengladbacher Maurus Fischer (59) beschäftigt sich im Grunde mit nichts anderem. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt pendelt zwischen eigener Praxis am Bethesda-Krankenhaus sowie im Rheydter Medi-Centrum (die er gemeinsam mit dem Kollegen Peter Löhmer betreibt) und immer größer werdenden Bühnen in Deutschland. Im Operationssaal gibt er sich der Mikrochirurgie des menschlichen Gehörs hin, und in den Hallen der Republik versorgt er dieses Organ mit Klängen, die extrem nah an das Original herankommen: Er ist Gründer und Gitarrist der Band "Kings of Floyd", einer Tributeband, die das legendäre Werk Pink Floyds aufführt. Am kommenden Freitag ist die Band in der bereits fast ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle zu sehen.

. . .und der HNO-Arzt Fischer mit seinem Kollegen Peter Löhmer (li.). Foto: Knappe Jörg

Sein ganzes Leben lang macht Fischer bereits Musik. Er nahm als Kind Klarinettenunterricht, bevor er die Gitarre für sich entdeckte. Pink-Floyd-Fan war er schon immer. "Aber ich hätte nie gedacht, dass ich die Lieder einmal selbst auf diese Weise spielen würde." Während seiner medizinischen Ausbildung an der Heine-Universität in Düsseldorf spielte er immer in Bands im Ruhrgebiet und im Münsterland, verdiente ein bisschen als Straßenmusiker dazu. Anfang der 90er Jahre stieg er in der Band des Jazz-Saxophonisten Tyree Glenn Jr. ein, tourte mit ihm durchs In- und Ausland, arbeitete tagsüber an seiner Doktorarbeit und machte abends Musik. "Im Grunde wohnen zwei Seelen in meiner Brust", sagt er. Nach zwei Jahren am Maria-Hilf-Krankenhaus eröffnete er 2010 zusammen mit seinem promovierten Kollegen Löhmer die eigene Praxis. Und 2011 gründete er "Kings of Floyd" zusammen mit dem Sänger Mark Gillespie, den er schon seit der Zeit als Straßenmusiker kannte. "Mit war klar: Das geht nur mit seiner Stimme."

Gillespie überzeugt mit charismatischem Gesang, der nah an David Gilmour herankommt. Und Fischer schafft es mit seinem Gitarrenspiel, das Gefühl des Altmeisters einzufangen. Zu den schmelzenden, singenden Soli des Originals gehört mehr als technisches Können. Viele können Stücke wie "Shine on you crazy diamond" oder "Comfortably numb" nachspielen, aber nur wenige können sie so aufführen, dass selbst penible Fans damit glücklich werden. "Kings of Floyd" gehören zu Letzteren, mitsamt der angemessen bombastischen Show, die das Original KFH-tauglich übersetzt.

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Das Publikum schätzt das: Die Band, in der der Gründer Fischer der einzige Nicht-Profi-Musiker ist, ist ein eigenes Unternehmen geworden, das ständig wächst. 2017 spielte die Formation vor insgesamt 17.000 Menschen, 2015 waren es noch halb so viele. Die Band organisiert alles selbst und stellt professionelles Personal ein. Während das Original nicht mehr existiert, Roger Waters und Gilmour nur solo touren, lebt ihr Werk durch Bands wie "Kings of Floyd" weiter.

"Kings of Floyd" spielt am Freitag, 5. Januar, 20 Uhr, in der KFH. Dafür gibt es nur noch ganz wenige Restkarten.

(RP)
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