Mönchengladbach: Der Heinrichplatz wird "Osser Plätzken"

Mönchengladbach: Der Heinrichplatz wird "Osser Plätzken"

Unrat, Wildwuchs und Hundekot sind bereits verschwunden. Das Trafohäuschen wird auch bald weg sein. Im April wollen die Anwohner der Gasthausstraße den kleinen Platz für sich erobern, ihn zu einem Treffpunkt machen.

Eigentlich ist es gar kein richtiger Platz. Eher eine dreieckige Fläche, von Randsteinen begrenzt, mit einem ziemlich großen, über und über mit Graffiti versehenem Trafohäuschen darauf und ein paar Bäumen. Das überschaubare Areal ist umgeben von der Heinrich- und der Gasthausstraße. Und - die Anwohner wollen es für sich erobern. Dafür haben sie bereits jede Menge Müll, Hundekot und Wildwuchs entfernt. "Wir haben 30 große Säcke gefüllt und abtransportiert", sagt Thomas Hoffmann. "Kaum zu glauben, wieviel Unrat sich auf einer so kleinen Fläche ansammelt."

Hoffmann gehört zu den Initiatoren, wohnt seit zehn Jahren an der Gasthausstraße und ist froh, dass sich im Viertel etwas tut. Und dass viele etwas gemeinsam tun. Früher hätten die Nachbarn anonym nebeneinander gewohnt, das habe sich durch einen Zufall geändert. "Einer älteren Nachbarin war der Garten komplett zugemüllt worden", sagt Hoffmann. Da packten die Nachbarn alle zusammen an und machten alles wieder schön. "Anschließend haben wir uns zusammen gesetzt, etwas getrunken und gequatscht." Seitdem ist alles anders. Man kennt sich, man spricht miteinander, und irgendwann kam es zu der Idee, einen zentralen Treffpunkt für diese Ecke der Altstadt zu schaffen.

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"Wir sind in den letzten Zügen der Planung", sagt Thomas Hoffmann. Jetzt wurde der Nachbarschaft Geld aus dem Topf "Wohnumfeldverbesserung" zugesagt. Im April soll es losgehen. Die etwa 15 Anwohner wollen den Platz so gestalten, dass er gut zu pflegen und zu reinigen ist. Es soll die Möglichkeit geschaffen werden, auf dem Heinrichplatz etwas anzupflanzen. Aber in erster Linie soll der Treffpunkt für die direkten Anwohner für kleinere Aktionen und größere Feste da sein.

"Wir werden keine Bänke aufstellen, sondern zu den Treffen unsere eigenen Stühle und Tische mitbringen", sagt Hoffmann. Zugesagt sei seitens der Stadt, dass das Trafohäuschen bald verschwinden wird. "Sieht ja auch wirklich nicht schön aus." Eine Bello-Box haben sie schon installiert, "aber es ist längst noch nicht alles so, wie wir es uns vorstellen". Einen Namen für ihren neuen Platz haben die Anwohner, die sich in der Initiative Altstadt organisieren, bereits gefunden. "Osser Plätzken" soll der Treffpunkt heißen. "Auch wir Bewohner der Altstadt brauchen eine nette Ecke, einen Platz, auf dem wir uns treffen und wohlfühlen können", sagt Hoffmann.

(isch)