Erkrath: Stadt: Ein drittes Bürgerbüro ist zu viel

Erkrath: Stadt: Ein drittes Bürgerbüro ist zu viel

Die Stadtverwaltung hat die Kosten für zwei Standorte in Unterfeldhaus ermittelt. Fazit: Die Ausgaben stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Bürger.

Die Verwaltung steht einem dritten Bürgerbüro skeptisch gegenüber. "Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb einer Filiale in Unterfeldhaus stehen in keinem Verhältnis zu dem tatsächlichen Nutzen für die Bürger", stellt die Verwaltung in einer Stellungnahme für den Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 11. Juli, klar. Die Unterfeldhauser hatten in der Vergangenheit immer wieder nachgefragt und Vorschläge für einen Standort gemacht, die jedoch am Geld scheiterten.

Auf Antrag der Grünen hat die Verwaltung jetzt die Kosten für zwei mögliche Domizile ermittelt: Beim Anmieten eines Büros im Office-Center am Neuenhausplatz lägen die laufenden Kosten pro Jahr bei rund 20 000 Euro. Dazu kämen einmalig noch gut 30 000 Euro für Möbel, Internetanschluss, Alarmanlage und Klimatisierung.

Bei einem Standort in der Grundschule Unterfeldhaus wären die laufenden Kosten zwar geringer. Sie würden sich zwischen 7500 und 10 000 Euro bewegen, dafür schlügen jedoch Möblierung, Umbau und Internetanschluss mit allem Drum und Dran mit 66 000 bis über 70 000 Euro zu Buche. Noch nicht eingerechnet sind in beiden Fällen die Personalkosten. Aus Sicherheitsgründen müsste das Büro mit jeweils zwei Personen besetzt sein. Die Personalkosten betragen im Jahr 29 600 Euro für einen Mitarbeiter bei einer Wochenarbeitszeit von 15 Stunden. "Um die Kosten zu senken, könnte man während der Öffnungszeiten in Unterfeldhaus ein anderes Bürgerbüro schließen", schlägt die Verwaltung vor.

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Überzeugt ist die Verwaltung von der Notwendigkeit jedoch nicht, zumal in Unterfeldhaus gerade mal zwölf Prozent der Erkrather leben. Bürgerbüros würden hauptsächlich frequentiert, um Personalausweise und Reisepässe zu beantragen. Und die brauche man nur alle zehn Jahre. Außerdem sei das Bürgerbüro in Alt-Erkrath in wenigen Minuten mit dem Bus zu erreichen, so die Verwaltung.

Eine günstigere Alternative untersucht die SPD gerade, und zwar den Standort Kreissparkasse Düsseldorf am Neuenhausplatz. Man müsse nicht groß umbauen und habe keine horrenden Mietkosten zu erwarten, so dass eigentlich nur die Personalkosten anfielen, sagt SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert. "Wenn die Sparkasse mitmacht, könnte das für zweimal fünf bis sechs Stunden pro Woche vielleicht eine Lösung sein", sagte Ehlert. Völlig vom Tisch ist auch noch nicht der Einsatz eines mobilen Bürgerbüros. Wobei die Schwierigkeit in diesem Fall in der Installation einer mobilen EDV-Anlage liegt.

Sollten die anderen Fraktionen weiterhin einen Standort in der Grundschule in Unterfeldhaus vorziehen, müsste berücksichtigt werden, dass in dem dafür favorisierten Raum 55 Kinder von 11.15 bis 13.30 Uhr betreut werden, betont Ehlert. "Wenn die Fraktionen trotz der auch sonst sehr ungünstigen Rahmenbedingungen die Unterbringung des Bürgerbüros dort weiter verfolgen, müssten Alternativen für die Kinder geschaffen werden, wie eine gemeinsame räumliche Nutzung möglich ist", sagt Ehlert.

(RP)
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