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Lokalsport: Drei Kämpfer belohnen sich für ihr hartes Training

Lokalsport : Drei Kämpfer belohnen sich für ihr hartes Training

Bernhard Hock, Henning Kreuzberg und Silke Kummetz legen die zweite Dan-Prüfung im Ju-Jutsu erfolgreich ab.

Bernhard Hock wischt sich die Schweißperlen von der Stirn. "Fünf Stunden Prüfung sind schon heftig", sagt der 49-Jährige. Gemeinsam mit seinen beiden Trainingspartnern von der Hildener AT wartet er auf die Jury-Ergebnisse. Die Kommission berät sich, welche Sportler sich den zweiten Meistergrad im Ju-Jutsu verdient haben.

Auf dem großen Mattenviereck mussten die Kämpfer zuvor beweisen, dass sie die Vorübungen zum Kampf, verschiedene Techniken, die Abwehr von Waffen wie Stöcke, Messer und Ketten in Perfektion beherrschen und auch Hebel und Würfe, die der Partner stört, weiterführen können. "Die Jury prüft, ob die Kämpfer eine Technik exakt und mit Dynamik ausführen und bewertet sie dann auf einer Skala von mindestens eins bis höchstens fünf", erklärt Jonny Dekorsi. Er hat die drei Hildener Schwarzgurtträger zwei Jahre lang intensiv vorbereitet. "Auf diesem Niveau sind die Anforderungen schon sehr hoch. Das schafft längst nicht jeder", betont der Trainer, der selbst den vierten Meistergrad trägt.

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Vier Trainingseinheiten in der Woche haben Henning Kreuzberg intensiv gefordert. "Eine hohe Belastung", sagt der 54-Jährige, der sich auch zu Hause mit dem Prüfungsinhalten beschäftigt hat, "die Vorbereitung war sehr hart und ich habe mich gefragt, warum ich das eigentlich mache. Doch jetzt bin ich stolz darauf, es geschafft zu haben."

Ähnlich geht es auch Silke Kummetz. Sie wollte vor 13 Jahren nur einen Selbstverteidigungskurs machen, doch der hat nicht stattgefunden. "Dann habe ich erst einmal meine Kinder zum Ju-Jutsu geschickt und bin irgendwann selbst hingegangen", erinnert sich die 46-Jährige. Sie fasziniert die Vielseitigkeit des Sports und das Gefühl, sich im Notfall selbst verteidigen zu können: "Es steigert das Selbstbewusstsein." Gleichzeitig ist es eine körperliche Herausforderung, da sie häufig Trainingspartner aus anderen Gewichtsklassen gegenüber steht. Bei der Prüfung musste die zierliche Sportlerin ihre Techniken an kräftigen Männern beweisen. "Schon bei gleichem Gewicht hat der Mann mehr Kraft. So muss ich immer erheblich mehr leisten", berichtet Silke Kummetz. Krafteinheiten gehören daher für sie zum Training.

Groß und kräftig ist Bernhard Hock bereits. Für ihn war es wichtig, seine Fertigkeiten zu vertiefen und zu verfeinern. "Es geht vor allem um Präzision, Kondition und Reaktionsvermögen. Gleichzeitig ist der Respekt vor dem Partner wichtig, damit der keine Verletzungen davon trägt", sagt der erfahrene Kämpfer. Er hat vor 15 Jahren nur seine Tochter begleiten wollen. Bis ihn der Trainer aufgefordert hat mitzumachen. Damals hätte er nicht gedacht, dass er einmal den Meistergrad erlangt.

Gemeinsam mit seinen beiden Trainingspartnern wartet er geduldig und gespannt auf das Ergebnis der Jury. Einzig Jonny Dekorsi bleibt gelassen. Er hat den gesamten Prüfungstag verfolgt und ist sich sicher, dass seine Meisterschüler bestanden haben: "Es ist bei allen sehr gut gelaufen. Sie haben sehr konzentriert und genau gearbeitet."

(domi)