Fußball: Sascha Dum darf wieder angreifen

Fußball : Sascha Dum darf wieder angreifen

Die Verantwortlichen des VfB 03 Hilden atmen auf, denn der Verband reduziert die Sperre des Ex-Profis wegen einer Notbremse von vier auf zwei Punktspiele. Damit steht der 31-Jährige am Sonntag wieder im Kader des Oberligisten.

VfB 03 Hilden - VfB Homberg. Viel Spaß am Fußball haben die Hildener in diesen Wochen nicht - das gilt zumindest mit Blick auf die Ergebnisse. Einziges Glanzlicht war Anfang Oktober nach drei Niederlagen in Folge der 1:0-Erfolg beim Spitzenreiter SV Straelen. Einem Befreiungsschlag kam dieser Sieg allerdings nicht gleich, denn danach zog der Oberligist gegen Speldorf und in Schonnebeck wieder den Kürzen. Zwischendrin notierte der VfB 03 auch noch das Aus im Niederrheinpokal beim Regionalligisten Wuppertaler SV. Und musste in den Begegnungen in Schonnebeck und beim WSV zu allem Überfluss auch noch auf Sascha Dum verzichten. Der sah im Duell gegen Speldorf kurz vor der Pause wegen einer Notbremse die rote Karte. Eine Entscheidung, die den Ex-Profi hart traf, denn Spielleiter Clemens Lüning verhängte eine Sperre von vier Punktspielen. Dabei war es doch erst die vierte rote Karte überhaupt in Dums langer Karriere - jene eingeschlossen, die er bereits in der Jugend kassierte. Und keine hatte diese krassen Folgen, denn fürs gleiche Vergehen pausierte Dum in der Bundesliga nur zwei Partien.

Nach intensivem Videostudium legten die Verantwortlichen des VfB 03 daher Beschwerde ein, weil das Foul doch eher harmloser Natur war. Das erkannte in dieser Woche auch Clemens Lüning, dem der Verein das Filmmaterial zur Verfügung stellte. "Die Sperre ist auf zwei Begegnungen reduziert - die Mindestsperre für solche Vergehen", berichtet Rainer Schlottmann. Der 2. Vorsitzende des Hildener Traditionsklubs, im Hauptberuf praktischerweise Rechtsanwalt, fügte hinzu: "Mit den Spielen in Wuppertal und Schonnebeck ist die Sperre abgegolten." Und sah seine Zuversicht damit bestätigt.

Optimistisch ist Schlottmann jetzt auch vor dem wichtigen Duell gegen die auf Rang fünf liegenden Homberger. "Vor zwei Jahren haben wir die mit 7:0 besiegt", erinnert er sich gerne an eine frühere Glanztat in der Oberliga zurück. Gleichwohl gesteht er: "Damals ging es für uns um nichts mehr." Dennoch blickt der leiderprobte Schalke-Fan positiv nach vorne: "Wir haben jetzt zweimal eine gute Leistung gezeigt, sind dafür aber nicht belohnt worden." Aller guten Dinge sind also drei, und wenn es nach Sascha Dum geht, soll diesmal ein Sieg dabei herausspringen. Der Innenverteidiger freut sich, am Sonntag (15 Uhr, Hoffeldstraße) wieder ins Geschehen eingreifen zu dürfen. "Es hätte mich sehr gewundert, wenn es bei der hohen Sperre geblieben wäre - das war doch zu eindeutig", sagt er. In der Zuschauerrolle hat er einen wesentlichen Grund für die beiden letzten Niederlagen erkannt. "Zweimal haben wir jetzt innerhalb von zwei Minuten zwei Tore bekommen - das muss einem zu denken geben", stellt er fest und führt weiter aus: "Das ist ein faszinierendes Phänomen, das es immer wieder gibt. Gerade in den ersten beiden Minuten nach einem Tor brennt es noch einmal - entweder man kassiert noch eines oder trifft selber." Die Erklärung liegt für Dum auf der Hand: "Das liegt nicht an den fußballerischen Fähigkeiten, sondern an der Konzentration. Deshalb müssen wir über 90 Minuten und die Nachspielzeit topkonzentriert sein." Ein Rat, der gegen Homberg hilfreich sein kann, endlich wieder einen Sieg einzufahren und einen Schritt aus der Abstiegszone zu machen. Die Chance, den Tabellenfünften zu schlagen, sieht Dum allemal. "In Wuppertal haben wir keine schlechte Rolle gespielt. Viele haben sicher nicht damit gerechnet, dass wir das Pokalspiel nach einem 0:2 zur Pause noch einmal spannend machen." Auch für den Auftritt in Schonnebeck ernteten die Hildener viel Lob - am Sonntag muss jetzt aber auch das Ergebnis stimmen.

(RP)
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