Meerbusch: "Wasserqualität ist gar nicht gut"

Meerbusch: "Wasserqualität ist gar nicht gut"

Der BUND beklagt den schlechten bis mäßigen ökologischen Zustand von Mühlenbach, "Die Burs Bach" und Stinkesbach. Das soll sich auf Grund einer europäischen Richtlinie bis 2015 ändern. Vertreter von Stadt, Deichverband sowie Landwirte und Naturschützer diskutieren Verbesserungen.

Lank-Latum/Büderich Meerbuscher Bäche werden sich verändern — wie sehr und in welchem Maße, das wird die Zukunft zeigen. Bereits im Jahr 2000 verabschiedete das Europäische Parlament die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen im Bereich der Wasserpolitik. Ziel ist es, bis 2015 einen guten ökologischen und chemischen Zustand aller Gewässer zu erreichen.

Die WRRL wurde vom Bund aus zum Land gegeben, von dort auf die Kreisebene weitergereicht. Schon im Januar kamen in Grevenbroich Vertreter unterschiedlicher Institutionen der Gewässerkooperation Linke Rheinzuflüsse Neuss-Uerdingen zusammen. Darunter auch Vertreter der Stadt Meerbusch und des Deichverbandes Lank als Träger. Auch Vertreter von Interessengruppen sind mit an Bord, wie Landwirte und Naturschützer. "Wenn wir viel erreichen, wäre das schön", sagt Dr. Andrea Blaum, Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Meerbusch.

Zeitplan eng bemessen

Der Zeitplan ist recht eng bemessen. Die Kooperationspartner saßen im Juni in einem ersten Workshop zusammen und sammelten Ideen. Im September soll bereits die zweite Veranstaltung dieser Art stattfinden. Für den Januar 2012 ist die Abschlussveranstaltung vorgesehen. Am 31. März 2012 soll der Umsetzungsfahrplan bei der Bezirksregierung als Vorlage eingereicht werden.

In Meerbusch wird über den Stinkesbach, den Meerscher Mühlenbach und den "Die Burs Bach" dikutiert. Für den Stinkesbach und den Meerscher Mühlenbach gibt es bereits drei Vorschläge zur Verbesserung: Das Zulassen einer eigendynamischen Entwicklung, die Lebensraumverbesserung im Gewässer von Tier- und Pflanzenwelt im Uferbereich und im Bachverlauf sowie die Vitalisierung der Gewässer.

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Konkret heißt das: Es wird über den Rückbau von Gewässerverrohrungen und eine Renaturierung von Abschnitten nachgedacht. Entfernt werden sollen Querbauwerke, die für Fische und Kleinlebewesen unüberwindbare Barrieren sind. Die Teilnehmer des Workshops schlagen vor, standorttypischen Bewuchs zu pflanzen. Durch diese Maßnahmen soll auch die Wasserqualität verändert werden. "Die ist gar nicht gut", sagt Peter Breer vom BUND.

Laut der Umweltschützer, die sich auf das NRW-Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beziehen, sind die drei genannten Bäche in keiner guten Verfassung. Demnach sei der ökologische Zustand des Mühlenbaches und des Bursbaches "schlecht" sowie der des Stinkesbaches "mäßig".

Höhe der Kosten sind unklar

Wie hoch die Kosten und die tatsächlichen Umsetzungsmöglichkeiten für dieses Projekt sind, das können die Naturfreunde noch nicht sagen. "Das wird sich im Laufe der Kooperationstreffen bei der abschließenden Kostenschätzung zeigen", sagt Peter Breer.

(RP/rl)
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