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Meerbusch: Sekundarschule gestoppt

Meerbusch : Sekundarschule gestoppt

Der Plan der Verwaltung, im kommenden Jahr eine Sekundarschule zu gründen, scheitert an einer Kehrtwende der Bezirksregierung. Diese sieht "keinen gesicherten Bedarf" mehr – auch nicht für eine zweite Gesamtschule.

Der Plan der Verwaltung, im kommenden Jahr eine Sekundarschule zu gründen, scheitert an einer Kehrtwende der Bezirksregierung. Diese sieht "keinen gesicherten Bedarf" mehr — auch nicht für eine zweite Gesamtschule.

Vollbremsung in der Schulplanung: Die von der Verwaltung für den Sommer 2013 angepeilte Gründung einer Sekundarschule in den Gebäuden von Haupt- und Realschule ist vorerst vom Tisch. Hintergrund ist eine Kehrtwende der Bezirksregierung hinsichtlich der Schülerentwicklung in Meerbusch.

Ging die Aufsichtsbehörde noch im August von einem "stabilen Bedarf für eine Sekundarschule" aus, hält sie nun das Gegenteil für zutreffend. Die Bezirksregierung hat Meerbuschs Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage daher mitgeteilt, dass sie für das kommende Jahr weder eine Sekundarschule noch eine zweite Gesamtschule genehmigen werde.

Die Stadtverwaltung hatte den Sekundarschul-Plan mit hochgerechneten Daten aus einer Elternbefragung begründet. Genau diese Hochrechnung sieht die Bezirksregierung nun als Problem. Lediglich 66 Prozent der fast 1000 befragten Eltern hatten verwertbare Antworten geliefert. Das Meinungsbild war diffus. Die Eltern entschieden sich mit breiter Mehrheit für Gymnasium und Gesamtschule als wünschenswerte Schulformen ausgesprochen. Die neue Schulform Sekundarschule erntete nur geringes Interesse.

Noch im August schloss die Bezirksregierung aus den Zahlen, dass der "stabile Bedarf" für eine Sekundarschule (mindestens 75 Schüler pro Jahr) herleitbar sei — und teilte Meerbusch dies schriftlich mit. Nun stellt die Bezirksregierung zur Überraschung der Meerbuscher Verwaltung fest, dass der stabile Bedarf doch nicht existiere. Das Ergebnis der Elternbefragung sei "mit einer hohen Unsicherheit behaftet" und berge das Risiko, dass eine Sekundarschul-Gründung, die sich nur auf die Befragung stütze, "falsch sein könnte".

Nun sollen vor weiteren Schritten erstmal die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2013/14 abgewartet werden. Zudem muss sich zeigen, wie sich die neugegründeten Gesamtschulen in Kaarst, Willich und Neuss auf die Meerbuscher Schülerzahlen auswirken.

Am Donnerstag, 8. November, wird das Thema im Schulausschuss diskutiert (17 Uhr, Dr.-Franz-Schütz-Platz). Von der Bezirksregierung stellen sich ein Abteilungsdirektor und der schulfachliche Dezernent den Fragen der Politik.

(RP/rl)