Meerbusch: Stadt will die Sekundarschule

Meerbusch : Stadt will die Sekundarschule

Beim Eltern-Votum erreicht die Gesamtschule zehn Mal mehr Stimmen als die Sekundarschule. Trotzdem wird es keine zweite Gesamtschule in Meerbusch geben. Die Anmeldezahlen wären laut Verwaltung zu niedrig.

Im nächsten Spätsommer soll in Meerbusch eine Sekundarschule eröffnet werden. Die Realschule soll auslaufen. Das wird die Verwaltung der Politik bei zwei Sondersitzungen im November vorschlagen. Bei der Entscheidung gibt es laut Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage keinen Spielraum mehr. Zwar zeigte eine Elternbefragung, dass das Interesse an der Sekundarschule bislang nur minimal ist. Doch zur zweiten Gesamtschule reichen die Schülerzahlen laut Verwaltungs-Prognose einfach nicht.

Um Aufschluss über den Elternwillen zu bekommen, hatte die Verwaltung Fragebögen an fast 1000 Grundschüler-Eltern geschickt. Zwei Drittel machten mit. Doch deren Votum ist nicht eindeutig. Klar ist: Die Eltern haben sich mit breiter Mehrheit für Gymnasium (377 Stimmen) und Gesamtschule (197) als wünschenswerte Schulformen ausgesprochen. Für die neue Schulform Sekundarschule optierten lediglich 19 Eltern. Problem: 160 der befragten Eltern gaben kein Schulform-Votum ab, was Prognosen zur Schulwahl erschwert.

Das Meinungsbild hat die Verwaltung in Hochrechnungen für die nächsten Jahre einfließen lassen. Wichtig dabei: Für den Betrieb einer neuen Gesamtschule wären jährlich mindestens 100 Anmeldungen nötig — für eine Sekundarschule sind es jedoch nur 75. Da es in Büderich bereits die Montessori-Gesamtschule gibt, müssten sich also pro Jahr 200 Schüler für diese Schulform entscheiden. Weil in Meerbusch das Gymnasium ungewöhnlich stark dominiert — es wird im Schnitt von 62,5 Prozent der Fünfklässler besucht — bleiben nach Ansicht der Verwaltung einfach nicht genug Kinder für eine zweite Gesamtschule übrig. Ausgehend von der Elternbefragung prognostiziert die Verwaltung für 2015/16 und 2016/17 lediglich 170 und 165 Kinder mit Interesse an der Gesamtschule. Rechnet man die Kinder hinzu, deren Eltern sich Gesamt- oder Sekundarschule vorstellen können, würde es nur 2015/16 knapp für eine zweite Gesamtschule reichen. Nach Berücksichtigung der starken Meerbuscher Gymnasiums-Vorliebe kommt die Verwaltung in einer zweiten Prognose für die beiden Jahre schließlich nur noch auf 151 und 145 Kinder mit Gesamtschul-Interesse.

Eine wichtige Rolle spielen auswärtige Kinder. Zurzeit wird die Montessori-Gesamtstärke von vielen jungen Kaarstern besucht, die dort jährlich in Klassenstärke eingeschult werden. Doch nun steht Kaarst vor der Gründung einer eigenen Gesamtschule. Und auch Krefeld will im Süden der Stadt eine weitere Gesamtschule eröffnen.

(RP)