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Meerbusch: Polizei: Blitzmarathon erfüllt seinen Zweck

Meerbusch : Polizei: Blitzmarathon erfüllt seinen Zweck

Beim gestrigen bundesweiten Blitzmarathon nahm die Polizei auch sieben Straßen in Meerbusch genauer unter die Lupe. Für eine fünfköpfige Beamtengruppe ging es dabei am Vormittag sehr ruhig zu — ganz zu ihrer Zufriedenheit

Die Laserpistole wird aufgestellt, kurz justiert und schon geht es los: Die Polizei des Rhein-Kreises Neuss macht sich ans Werk und kontrolliert die Autofahrer in Meerbusch —genauer: auf der Krefelder Straße in Osterath. Fahrzeug für Fahrzeug wird überprüft, ob sich die Fahrer an die entsprechenden Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. "Wir nehmen uns wirklich jedes Auto vor — auch wenn einige aus der Ferne betrachtet schon sehr langsam wirken", erklärt Polizeihauptkommissar Carsten Evers.

Polizeihauptkommissar Carsten Evers nimmt das Fahrrad von Doris Wagner unter die Lupe. Dieses erweist sich als absolut verkehrstauglich. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

"Von vorne sind Geschwindigkeiten immer schwer zu beurteilen." Evers ist Teil einer fünfköpfigen Beamten-Gruppe, die beim ersten bundesweiten 24-Stunden-Blitzmarathon auf den Straßen Meerbuschs unterwegs ist. In anderen Städten des Kreises bekommen die Polizisten Hilfe durch städtische Mitarbeiter. In Meerbusch nicht. "Nur Kommunen mit mehr als 6000 0 Einwohnern dürfen in ihrem Ortsgebiet selbst ,blitzen'", erklärt Stadtsprecher Michael Gorgs.

Während viele Autofahrer angespannt hinter ihrem Steuer sitzen und darum bemüht sind, möglichst keinen Fehler zu machen, ist es für die Polizei eher ein Tag wie jeder andere. "Der einzige Unterschied liegt darin, dass wir uns voll und ganz auf diese Verkehrskontrollen konzentrieren können", erläutert Evers. "Im Alltag blitzen wir immer nur sehr kurz an einem Ort, da wir sonst noch genug andere Dinge zu tun haben."

Viel zu tun haben sie heute aber nicht, denn die Bilanz nach der ersten Viertelstunde lautet: 38 überprüfte Fahrzeuge, lediglich ein Verstoß. In der 50er-Zone ist eine junge Frau mit 61 km/h unterwegs — das kostet sie 15 Euro. Und dabei gesteht die Übeltäterin ein, sogar betens über den Blitzmarathon Bescheid zu wissen.

Wirft man mal einen Blick auf das allgemeine Fahrverhalten der Autofahrer, ist sie wohl nicht die Einzige, die gut informiert ist. Kaum jemand traut sich, die 50 km/h-Marke auch nur ansatzweise zu überschreiten. Für die Polizei keine verwunderliche Tatsache. "Die Aktion wurde schließlich groß in der Presse angekündigt", so Evers. "Außerdem verstecken wir uns nicht und sind bewusst sehr auffällig gekleidet."

Einige Minuten später bricht die Truppe auf und begibt sich zur Meerbuscher Straße. Neben Autos werden nun auch Radfahrer genauer unter die Lupe genommen. Dabei geht es vor allem um die Verkehrstauglichkeit ihrer Drahtesel. Licht, Bremsen, Reflektoren — alles wird genauestens überprüft. "Diese Kontrollen sind vor allem in der dunklen Jahreszeit wichtig", sagt Hauptkommissar Hermann-Josef Goergens, der ebenfalls Teil der polizeilichen Kontrollgruppe ist.

Abgesehen von einem Radfahrer, dessen Licht nicht funktioniert, kommen bei den Überprüfungen alle gut weg. So weist auch das Rad von Doris Wagner keinerlei Mängel auf. "Ich halte die Aktion für sehr wichtig", lobt sie. "Gerade im Winter braucht man ein verkehrstaugliches Rad." 87 Autos und eine Hand voll Fahrräder später geht es ohne verhängtes Bußgeld weiter zur Strümper Straße. Dort wird am Bahnübergang darauf geachtet, ob Radfahrer und Fußgänger geduldig genug sind, um vor den Schranken zu warten. Doch auch dort lässt sich bis zum Mittag festhalten: Alle befolgen vorbildlich die Verkehrsregeln. "Damit haben wir unser Ziel doch schon erreicht", sagt Evers.

(RP)