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Das Wochenende: Kunst an zwei Orten

Das Wochenende : Kunst an zwei Orten

Heute Abend präsentieren sechs Künstlerinnen ihre Werke an zwei Adressen: Zuerst in der Galerie Mönter und danach in der Evangelischen Kirche Osterath.

Zwei Ausstellungen an zwei Osterather Kunst-Orten - das ist ein ungewöhnliches Projekt. Idee und Ausarbeitung entstanden in den Reihen der im "Verein Düsseldorfer Künstlerinnen" zusammengeschlossenen Kunstschaffenden. Zu ihnen gehört auch Marlies Blauth. Als künstlerische Leiterin des Projekts "Kunst in der Apsis" in der Evangelischen Kirche Osterath stellte sie den Kontakt zu Konrad Mönter her. Das Ergebnis ist jetzt sowohl in der Galerie Mönter als auch in der Evangelischen Kirche zu sehen.

Dort zeigen sechs Künstlerinnen, wie sie einerseits die Farbe Grün und andererseits den Facettenreichtum der Niederrhein-Region in Szene gesetzt haben. Dazu erklärt Marlies Blauth: "Die Ausstellungen sind ähnlich, aber doch unterschiedlich akzentuiert und dem jeweiligen Raum angemessen." Entstanden sind spannende Bild- und Objekt-Interpretationen, die im künstlerischen Ausdruck, in Technik und Material variieren. Zum Start dieses Kunst-Projekts wird am Freitag, 19 Uhr, in der Galerie Mönter die Ausstellung "Zwischen Wiesengrün und Kohlenschwarz: Der Niederrhein" eröffnet.

Marlies Blauth, Felicitas Lensing-Hebben, Rose Köster, Renate Linnemeier, Birgitt Verbeek und Helga Weidenmüller präsentieren typische Niederrheinlandschaftseindrücke, verwenden zum Zeichnen gebundenen Kohlestaub, zeigen Skulpturen als Symbol der Landwirtschaft, Bilder aus dem Spannungsfeld zwischen Braunkohletagebau und Naturlandschaft, Merkmale wie Schafherden und den Rhein, aus der Vogelperspektive gesehene Natur-Farbfelder und das unnatürliche Wachsen der Flächen für Treib- und Gewächshäuser.

Wer sich in der Galerie Mönter Appetit geholt hat, sollte sich den zweiten Teil des Osterather Vernissage-Abends in der Evangelischen Kirche - bei Fingerfood von Klaus Graf - nicht entgehen lassen. Hier lautet der Titel "Die Farbe Grün". Dabei wird das "Wiesengrün" des Niederrheins eher abstrahiert aufgenommen sowie das Keimen und Sprießen und damit auch die mit dieser Farbe verbundene Hoffnung symbolisiert. Birgitt Verbeek gewährt im Zentrum der Apsis auf einer Fläche von 1,50 mal 1,50 Metern den Blick von oben auf das "Wiesengrün" und seine vielfältigen Schattierungen.

In unmittelbarer Nähe steht eine fast zwei Meter hohe Stele, geformt aus weißer Erde, Limoges-Porzellan und Farbpigmenten. "Sie wurde bei 1200 Grad rund 86 Stunden gebrannt und symbolisiert die Linien des Wachsens", erklärt Felicitas Lensing-Hebben. Leuchtend ist auch die geweißte Wurzel von Helga Weidenmüller. Sie steht auf einem mit grünen Ornamenten verzierten Sockel. Den Platz hinter der Kanzel hat Renate Linnemeier genutzt, um abstrahiert Menschen zu zeigen, die sich aus unterschiedlichen Richtungen zum gemeinsamen Gespräch finden.

Und auch Rose Köster hat die Wand hinter dem Taufbecken in die Thematik eingebunden. Im Mittelpunkt des collagierten Bildes steht die Natur, eine alte Linde - als Lebensbaum. Marlies Blauth, gewissermaßen Hausherrin, fängt in ihrer Malerei das saftige Grün der Vegetation ein, dargestellt als meditative, monochrom anmutende Fläche mit rankenden Strukturen oder als blühende Wiese - und auch als Hommage an die Ausstellungsthematik "Die Farbe Grün".

(RP)