Meerbusch: Amprion schreibt Konverter-Bau aus

Meerbusch: Amprion schreibt Konverter-Bau aus

Europaweit können sich nun Firmen bewerben, die die Anlage zum Umwandeln vom Gleichstrom in Wechselstrom in der "Area Osterath" errichten wollen. Bürger sind in Sorge, die Netzagentur wiegelt ab.

Ungeachtet der intensiven Diskussion um den möglichen Standort haben die Stromnetzbetreiber Amprion und TransnetBW nun die europaweite Auftragsbekanntmachung für die Konverter der geplanten Gleichstromverbindung veröffentlicht. Die in englischer Sprache verfasste Ausschreibung ist im Internet nachzulesen. Gesucht wird eine Firma, die einen Konverter in der sogenannten "Osterath Area" errichtet. Ein genauer Standort wird damit allerdings nicht angegeben.

Dennoch macht sich Peter Ascher, Mitglied der Initiative gegen den Doppel-Konverter, große Sorgen. "Ich bin aus Erfahrung skeptisch, dass ein entfernter Standort für den Konverter in Betracht gezogen wird", sagte Ascher gestern im Gespräch mit der RP. Seiner Ansicht nach soll der Bauantrag schon 2014 vergeben werden.

Doch auf einer Info-Veranstaltung der Bundesnetzagentur, zu der gestern Bürger sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft in die Düsseldorfer Rheinterrassen geladen waren, wurden die Bedenken der Konverter-Gegner zunächst zerstreut. "Die aktuelle Ausschreibung hat nichts mit dem Standort Osterath zu tun", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Das heiße noch lange nicht, dass der Konverter in Osterath gebaut werde, so Homann weiter. Er betonte, dass es bundesweit kein Projekt gebe, dass dermaßen "intensiv bearbeitet" werde, wie der Konverter-Standort Osterath. Amprion habe derzeit gar keine andere Möglichkeit, als den Bau des Konverters auszuschreiben, so Homann weiter. Die Ausschreibung sollte man nun "nicht überbewerten."

Zuvor hatte Achim Zerres, Abteilungsleiter für Energie bei der Bundesnetzagentur, betont: "Es gibt durchaus ernstzunehmende Gründe der Konverter-Gegner". Allerdings suche man auch nach der "Kraft des Arguments" und richte sich nicht nach der Zahl derjenigen, die es vortragen. Er deutete an, dass es aus seiner Sicht bislang keine ernstzunehmende Alternative zum Netzverknüpfungspunkt in Osterath gibt. Der immer wieder ins Gespräch gebrachte Standort Rommerskirchen eigne sich seiner Ansicht nach jedenfalls nicht. Möglich wäre auch der Bau eines Konverters, der über eine Zuleitung an den Netzverknüpfungspunkt angeschlossen wird und somit gar nicht in der Nähe der Wohnbebauung entstehen müsse, so Zerres weiter. "Für uns hat sich heute nicht viel Neues ergeben", sagen Kirsten Dannes und Norma Köser-Voitz. Die beiden Frauen sind Mitglied der Bürgerinitiative und haben die Info-Veranstaltung verfolgt. "Richtig spannend wird es in drei Wochen. Bis dahin möchte Amprion den Kriterienkatalog veröffentlichen", sagt Kirsten Danes. Dann soll mit allen betroffenen Kommunen im Umkreis von 20 Kilometern rund um Osterath diskutiert werden. Bis Ende des Jahres erfolgt dann die Bewertung der möglichen Konverterstandorte anhand dieser Kriterien. Benötigt wird eine etwa 100 000 Quadratmeter große Fläche, die zum Teil mit einer 20 Meter hohen Halle bebaut wird.

(RP)
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