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Meerbusch: Langer Weg zum Sportplatz

Meerbusch : Langer Weg zum Sportplatz

Erster Spatenstich für den Strümper Sportplatz. Schon in drei Monaten soll das neue Kunstrasen-Fußballfeld zwischen Meerbusch-Gymnasium und Fouesnantplatz fertig sein. Eine Spendensammlung fürs SSV-Clubhaus läuft.

Am 20. Februar 1990 hat SSV-Strümp-Präsident Karl-Heinz Rütten bei der Stadt einen Kunstrasenplatz für den Verein beantragt. Nun, 21 Jahre später, konnte Rütten zusammen mit Bürgermeister Dieter Spindler zum ersten Spatenstich schreiten. Spindler zitierte zur Erklärung den Kabarettisten Konrad Beikircher: Wenn man im Rheinland nach einer Wegstrecke frage, erhalte man regelmäßig zur Antwort: "Das ist nicht weit, aber es zieht sich". Den Spruch könne man auch auf die Sportplatzplanung anwenden.

Ursprünglich visierte die Stadt auf dem Areal zwischen Gymnasium, Fouesnantplatz und Neubaugebiet Strümper Busch sogar den Bau einer Bezirkssportanlage mit einer Art Stadion an. Davon blieben im Laufe der Jahre zunächst zwei Fußballplätze und eine 4 x 100-Meter-Laufbahn übrig. Nach massiven Anwohnerprotesten und Klagedrohungen wurde 2010 einer der zwei geplanten Plätze gestrichen. CDU und Grüne schlugen nach Beratungen mit dem SSV den heutigen Plan als Kompromiss vor. Dabei liegt das verbliebene Kunstrasen-Fußballfeld in der Mitte der Freifläche. Zurzeit befinden sich dort noch Äcker und eine holprige Fußballwiese. Der künftige Spielfeldrand soll jeweils 102 Meter von der Wohnbebauung entfernt sein. Auch 130 Meter Lärmschutzwälle sind geplant. Die Politik stimmte mit großer Mehrheit zu (bis auf die FDP).

Spindler rät zum Abwarten

185 Bürger hatten sich zuvor mit Einwendungen zu Wort gemeldet (115 mehr als bei der vorherigen, weitergehenden Planung). Ein Strümper klagt gerade beim Oberverwaltungsgericht Münster. Bürgermeister Spindler riet Anwohnern, die Bedenken haben, erst mal abzuwarten. Er rechnet damit, dass die Beeinträchtigungen sehr gering bleiben werden. Sie würden auch deutlich aufgewogen durch den Standortvorteil, den die neue Anlage bringe. Bei vielen Neubürgern hätte die Nähe zu Kita, Schulen und künftigem Sportplatz den Ausschlag für ihre Entscheidung gegeben, nach Strümp zu ziehen, so Spindler. Der Kunstrasenplatz soll bereits in etwa drei Monaten gebaut sein. Die Fertigstellung der gesamten Sportanlage wird dann noch bis zum kommenden Jahr dauern. Kosten (inklusive der neuen Umkleiden): circa 2,3 Millionen Euro.

Der SSV will im Herbst den Bauantrag für sein Clubheim bei der Stadt einreichen, kündigt Architektin Susanne Göbl an. Es soll nahe des Fouesnantplatzes entstehen und an das neue Umkleidegebäude anschließen. Der SSV Strümp (800 Mitglieder) nimmt zur Finanzierung des 360 000 Euro-Projekts einen Kredit auf, setzt außerdem auf Spenden. Die Marke von 60 000 Euro wird angepeilt. Kassenstand aktuell: 14 000 Euro.

Einige Meter weiter Richtung Gymnasium plant die Stadt einen neuen integrativen Kindergarten mit großem Außengelände für bis zu 80 Kinder. Die Bauten sollen auch als Lärmschutzriegel für die Mönkesweg-Anwohner dienen.

(RP)