Meerbusch: Improvisationstheater im Meerbusch-Gymnasium

Meerbusch : Improvisationstheater im Meerbusch-Gymnasium

Nervös steht Jacqueline Lehr (16) vor dem jungen Mann. Millionen Frauen haben dies schon durchgemacht. Tom Bienas (16) spielt mit den Händen, atmet tief ein – dann traut er sich und geht auf die Knie: "Willst Du mich heiraten?" Beinahe verächtlich schaut sie ihn an. "Was gibt es zu essen?", lautet die vernichtende Antwort.

Nervös steht Jacqueline Lehr (16) vor dem jungen Mann. Millionen Frauen haben dies schon durchgemacht. Tom Bienas (16) spielt mit den Händen, atmet tief ein — dann traut er sich und geht auf die Knie: "Willst Du mich heiraten?" Beinahe verächtlich schaut sie ihn an. "Was gibt es zu essen?", lautet die vernichtende Antwort.

Eigentlich müsste jetzt die Gefühlswelt des Antragstellers zusammenbrechen. Aber nichts kommt so wie man denkt — und genau dies könnte das Motto der heutigen Theatervorstellung am Meerbusch-Gymnasium in Strümp sein.

Um 19.30 Uhr beginnt dort eine Aufführung des Improvisationstheaters. Das Besondere: Schülerinnen und Schüler wie Celine Brockers und Johannes Schemminger der Jahrgangsstufe Q1 spielen, was das Publikum wünscht. Der heimliche Star: Ex-Springmaus-Kabarettist René Broeders aus den Niederlanden. "Ich zeige den Jugendlichen wie es geht", sagt er.

Das Theater ist so spontan angelegt, dass die Darsteller lediglich zehn Stunden Probenzeit haben. "Wozu auch mehr?", fragt Literaturlehrer Michael Sandmann. Improvisationstheater lebe von der Spontanität und Kreativität der Schauspieler und Zuschauer. Eine Inhaltsangabe der heutigen Vorstellung sei nicht möglich. "Es gibt rund 45 verschiedene Spiele", erklärt Sandmann. "Stop-and-Go", heißt eine Variante, die Jacqueline Lehr und Tom Bienas üben. Generell dauern die Szenen nur so lange, bis einem zuschauenden Schauspieler eine bessere einfällt und er der Geschichte eine völlig andere Richtung gibt. Es kann dazu kommen, dass fünf Schauspieler auf der Bühne stehen, sich eine Geschichte ausdenken — und am Ende muss einer (nach Publikumswahl) alle fünf Rollen gleichzeitig spielen. Als Zuschauer ist somit Vorsicht geboten: Er kann zwar in das Stück massiv eingreifen — aber ebenso auch auf der Bühne landen. Der Eintritt kostet für Erwachsene sieben Euro, für Schüler fünf.

(RP/ac)
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