Meerbusch: Briefmarke aus Büderich

Meerbusch : Briefmarke aus Büderich

Professor Wilfried Korfmacher und Daniel Stoffels von der Meerbuscher Agentur Zeichenverkehr entwarfen die Briefmarke zum 100. Geburtstag der Nationalbibliothek. Der letztendlich auch von Finanzminister Schäuble genehmigte Entwurf zeigt den Schnitt eines aufgeschlagenen Buches.

Seit Ende 1997 ist die Herausgabe von Postwertzeichen in der Bundesrepublik Sache des Bundesministeriums der Finanzen. Damit fällt die Genehmigung einer neuen Briefmarke in den Aufgabenbereich des zuständigen Ministers. Diesen Weg hat auch der Briefmarken-Entwurf von Wilfried Korfmacher und Daniel Stoffels von der Meerbuscher Agentur Zeichenverkehr genommen.

Professor Wilfried Korfmacher aus Meerbusch lehrt an der Fachhochschule Düsseldorf Kommunikationsdesign. Foto: privat

Bis es soweit war, mussten die Designer intensive Recherchen betreiben und gezielt konzeptionelle Überlegungen einbringen. "Die Aussage muss auf den Punkt gebracht werden", erklärt Professor Korfmacher. Er hatte sich bereits am Wettbewerb um das Sonderpostwertzeichen zum 50-jährigen Bestehen der Welthungerhilfe beteiligt.

Innovative Entwürfe

Auf diese innovativen Entwürfe ist die Deutsche Nationalbibliothek aufmerksam geworden und hat die Meerbuscher aufgefordert, zum 100. Geburtstag dieser Institution ein Sonderpostwertzeichen zu entwerfen: "Mit der Herausgabe stellt die Bundesrepublik die weitreichende Bedeutung der Deutschen Nationalbibliothek heraus."

Gefragt war also eine Gestaltung, die auf einen Blick deutlich macht, welchen Stellenwert diese Bibliothek als "nationales Gedächtnis" einnimmt. "Die Anforderungen ähneln denen, die bei der Gestaltung eines Plakats zu beachten sind. Es gilt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", so Korfmacher, an der Fachhochschule Düsseldorf im Studiengang Kommunikationsdesign lehrender Diplom-Designer und -Psychologe.

Der letztendlich auch von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble genehmigte Entwurf zeigt den Schnitt eines aufgeschlagenen Buches: "Das Buch wird gelesen." Ein Buch gelte als zentrale Metapher für Wissen und wird deshalb in der Nutzung gezeigt.

Ganz bewusst sind die fundamentalen Bestandteile eines Buches — hier in den deutschen Nationalfarben — zu sehen: die Buchdecke, das Kapitalband und ein Lesebändchen. "Das aufgeschlagene Buch steht für die Bedeutung der Nationalbibliothek als Ort der Langzeitarchivierung aller in Deutschland erscheinenden Veröffentlichungen", erklärt der Designer.

Auf den zweiten Blick kann die Briefmarkenansicht als eine Brücke gedeutet werden, "eine Brücke zum Wissen."

Wilfried Korfmacher widmet diese Sondermarke Elisabeth von Janota-Bzwoski. Die Künstlerin und Grafikerin, die in Düsseldorf gelebt hat und unter anderem fast 40 Briefmarken entwarf, ist vor wenigen Wochen im Alter von 99 Jahren verstorben: "Ich habe sie über die Maßen geschätzt." Die ihr gewidmete Jubiläums-Sonderbriefmarke und eine ebenfalls aus diesem Anlass herausgegebene Gedenk-Münze wurden gestern in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt in Anwesenheit von Wilfried Korfmacher vorgestellt.

(RP/rl)