Meerbusch: Schwangerenberatung muss schließen

Meerbusch : Schwangerenberatung muss schließen

Die Stadt Meerbusch zieht sich aus der freiwilligen Finanzierung der evangelischen Schwangerschaftskonfliktberatung in Büderich zurück und spart damit pro Jahr 7670 Euro ein. Das beschloss jetzt mehrheitlich der Sozialausschuss gegen die Stimmen der SPD und bei zwei Enthaltungen in den Reihen der CDU und einer Enthaltung bei der FDP.

Stadt zahlt keinen Zuschuss mehr

Zuvor hatte Pfarrer Wilfried Pahlke, beratendes Mitglied des Ausschusses, noch einmal für den Erhalt des städtischen Zuschusses geworben: "Der Gesetzgeber hat Wert darauf gelegt, dass bei der Schwangerschaftskonfliktberatung Pluralität bei den Beratern herrscht. Würde die Büdericher Einrichtung geschlossen, gäbe es im gesamten Rhein-Kreis Neuss keine evangelische Schwangerschaftsberatungsstelle mehr." Der Pfarrer, selbst nicht stimmberechtigt, erklärte: "Ich kann nur dafür plädieren, dass dieser Zuschuss bitte erhalten bleibt."

Hermann Müsch (CDU) sagte: "Mir fällt es schwer, die Förderung zurückzunehmen." Angesichts der Haushaltslage der Stadt und des Umstands, dass der Bedarf an Beratungsstellen auch ohne die Büdericher Einrichtung im Umkreis gedeckt sei, sehe er jedoch keine andere Möglichkeit.

Im Umkreis von zehn Kilometern um Meerbusch gibt es nach Auskunft der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung insgesamt acht entsprechende Beratungsstellen. Die Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonie wird zu 80 Prozent vom Land finanziert. 20 Prozent muss der Träger aufbringen; daran hatte sich die Stadt Meerbusch mit 7670 Euro freiwillig beteiligt. 2320 Euro zahlte sie jährlich für die Beratungsstelle des Vereins "Frauen beraten / Donum Vitae" in Krefeld. Nach dem Ausschussbeschluss sollen beide Förderungen nun zum Jahresende auslaufen.

Pfarrer Wilfried Pahlke reagierte frustriert auf das Votum der Politik. "Ich bin offen gestanden maßlos enttäuscht, insbesondere von der christlichen Partei CDU. Alle unsere Argumente wurden augenscheinlich nicht gehört oder nicht verstanden: Zwar gibt es auch eine Beratungsstelle der Diakonie in Düsseldorf, aber die ist für Meerbuscher Bürger gar nicht zuständig."

"Das bedeutet das Aus"

Bedeutet der Beschluss des Sozialausschusses nun das endgültige Aus für die Büdericher Beratungsstelle? "Nach derzeitigem Stand der Dinge muss die Schwangerenberatungsstelle nun zum Ende des Jahres schließen", erklärte Pahlke. "Wir werden uns nun zwar noch einmal mit allen Gremien an einen Tisch setzen, aber die fehlenden 7670 Euro sind schon ein ziemlicher Batzen."

(RP/ac)
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