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Erfolgreiche Tennisspielerin aus Meerbusch

Senioren-Tennis : Die Nummer eins der Welt kommt aus Lank

Weltmeisterin geworden, jede Menge Titel und als Nummer eins abgeschlossen:  Senioren-Tennisspielerin Reinhilde Adams aus Lank blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Elf Titel im Einzel, fünf im Doppel und zwei im Mixed – Reinhilde Adams (67) hat in den vergangenen zwölf Monaten nahezu alles abgeräumt, was abzuräumen war. „2018 war mein Jahr. Besser kann es nicht mehr werden“, sagt die Senioren-Tennisspielerin aus Lank-Latum.

Ihre großen Erfolge lassen sich auch anhand ihrer aktuellen Weltranglistenpositionen ihrer Altersklasse ablesen: Bei den Über-65-Jährigen steht Adams im Einzel auf Rang vier, im Mixed auf Platz fünf, im Doppel führt sie das Tableau sogar an. Anfang Januar flattert daher noch eine Urkunde der International Tennis Federation (ITF) in ihren Briefkasten. „Das Jahr als Nummer eins der Welt abzuschließen ist etwas ganz Besonderes für mich“, sagt Adams.

Möglich gemacht hat das vor allem der größte Erfolg ihrer bisherigen Karriere, den sie Ende September bei der Tennis-Weltmeisterschaft für Senioren im kroatischen Umag errungen hat. Völlig überraschend gewann sie damals gemeinsam mit der Australierin Helen Holcome den WM-Titel im Doppel. „Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich an die Siegerehrung zurückdenke“, sagt Adams. Nie zuvor hatte sie bei einer Weltmeisterschaft auf dem Treppchen gestanden – und auch in diesem Jahr war sie mit bescheidenen Zielen angetreten. „Selbst der Halbfinal-Einzug wäre schon eine Sensation gewesen“, sagt die 67-Jährige.

Der Grund für ihre Leistungsexplosion in diesem Jahr ist sicherlich ihre Pensionierung im vergangenen Jahr. Zum einen kann die frühere Angio-Technikerin ihrem Sport noch mehr Zeit widmen, zum anderen sind die An- und Abreisen zu den Turnieren nun wesentlich stressfreier. „Vorher musste ich jeden Urlaubstag sehr überlegt einsetzen. Jetzt kann ich, wenn ich möchte auch mal einen Tag später abreisen als geplant“, sagt Adams.

Ihre starken Vorstellungen sind dennoch umso höher einzuschätzen, weil sie als eine der wenigen Spielerinnen auf der Tour früher nie auf Profi-Niveau gespielt hat. Erst nach der Geburt ihrer beiden Kinder begann Adams überhaupt im Alter von 33 Jahren mit dem Tennisspielen. Schnell stellte sich heraus, dass sie über ein großes Talent verfügt. Und als sie mit Anfang 40 ihr erstes Turnier gewann – damals noch eine B-Konkurrenz – war das Feuer endgültig entfacht. Mit großem Ehrgeiz spielte sich Adams im Laufe der Jahre in immer höhere Gefilde vor, ließ sich dabei auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen. „Mein erstes Match in der A-Klasse habe ich mit 0:6, 0:6 verloren. Mein Respekt war damals viel zu groß“, erinnert sie sich.

Inzwischen ist ihr der Respekt ihrer Gegnerinnen sicher. Vor allem auf Grund ihrer enormen Laufstärke ist sie immer wieder in der Lage, schon verloren geglaubte Matches noch zu drehen. „Die Fitness ist sicher mein größtes Plus“, sagt Adams, die etwa dreimal pro Woche trainiert. Entweder steht sie gemeinsam mit ihrem Trainer auf dem Platz oder tritt primär gegen Männer an. „Leider finde ich kaum Damen, die meine Spielstärke haben“, sagt die 67-Jährige, die für den TC Rheinstadion aufschlägt, aber auch Mitglied beim TuS TD 07 Lank ist.

Trotz des erfolgreichen Jahres lehnt sich Meerbuschs Sportlerin des Jahres 2018 nicht zurück, sondern möchte im kommenden Jahr weiter angreifen.

Denn einen wichtigen Titel hat sie noch nie errungen: die deutsche Meisterschaft im Einzel. „Ich stand schon mehrmals im Endspiel, aber zum Sieg hat es bisher noch nicht gereicht“, sagt sie. Des Weiteren träumt Adams von einer Medaille mit der deutschen Auswahl bei der Mannschafts-WM. „Es wäre toll, auch dort einmal auf dem Treppchen zu stehen“, sagt die Lank-Latumerin.

Doch bei all ihren Zielen weiß sie, dass in ihrem Alter vor allem eins zählt: die Gesundheit. „Ich bin bislang von schweren Verletzungen verschont geblieben. Deshalb wünsche ich mir primär, dass ich gesund bleibe, um weiter so große Freude am Tennissport haben zu können.“