In Meerbusch gibt es viel auf den Weg zu bringen

Was im neuen Jahr entschieden werden sollte: Bitte endlich abhaken!

Es gibt Themen, die in Meerbusch wahre Dauerbrenner sind. Wir zeigen, was 2019 erledigt werden sollte.

Kita  Bei den Kitaplätzen müssen Stadt und Politik kräftig nachjustieren. Im November fehlten fast 450 Betreuungsplätze, Provisorien und überbelegte Gruppen können keine Dauerlösung sein. Es ist gut für Meerbusch, dass die Stadt gerade auch bei jungen Familien als Wohnort so beliebt ist. Sie muss aber denen, die bereits in Meerbusch leben, adäquate Betreuungsmöglichkeiten bieten und auch für die, die in den kommenden Jahren herziehen werden, die Weichen stellen. Das gilt für Kitas wie auch für die Grundschulen. Zwei neue Kitas sollen in diesem Jahr geplant werden: eine in Büderich, eine in Osterath. Vermutlich wird auch das nicht reichen.

JuCa Wo trifft sich die Jugend, wo die Vereine? Über kaum ein anderes Thema wurde 2018 in Ausschüssen so viel diskutiert wie über die Zukunft des JuCa, der Halle 9, oder ob Osterath doch ein ganz neues Bürgerhaus braucht. Um die Belange der Jugendlichen soll sich jetzt ein Streetworker kümmern, für das JuCa fehlt bisher ein neuer Betreiber. Das könnte schwierig werden: In den vergangenen Jahren sind einige gescheitert, die Erwartung an die Nachfolger sind hoch, die finanzielle Unterstützung der Stadt soll hingehen deutlich geringer ausfallen als bisher. Fest steht: Der OBV macht Ende März einen Schlussstrich unter das Kapitel JuCa. Die Nachfolge sollte also schnell geklärt werden. Zwei Vereine, You shall rise und Musikszene Meerbusch, haben schon Nutzungskonzepte vorgelegt. Was ist daraus geworden?

Neue Feuerwache Das wird ein großes Projekt: Die Feuerwache der hauptamtlichen Kräfte an der Insterburger Straße hat ausgedient. Das Gebäude, das 1983 gebaut wurde, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ein Sonderausschuss „Zukunft der Feuerwehr“ soll ab diesem Jahr einen Neubau für zehn Millionen Euro planen, aber sich auch mit anderen Entwicklungen befassen: Am Tag lässt sich die Verfügbarkeit der Feuerwehrleute nicht mehr ausreichend mit ehrenamtlichen Kräften decken. Um die Sicherheit in Meerbusch zu gewährleisten, müssen daher perspektivisch auch mehr hauptamtliche Kräfte eingeplant werden.

Konverter Politik und Verwaltung hoffen, dass Wirtschaftsminister Peter Altmaier Anfang des Jahres nach Meerbusch kommt. Noch hat er nicht auf die Einladung aus Meerbusch reagiert. Könnte dadurch der Konverterstandort Osterath noch verhindert werden? Oder der Konverter überhaupt? Experten sagen ja, dass eine solche Anlage eigentlich gar nicht mehr nötig ist. Das Thema wird die Stadt auch 2019 weiter beschäftigen – auch wenn alle hoffen, dass es abgehakt wäre.

Forum Wasserturm Das Foyer der Kulturstätte in Lank-Latum soll für viel Geld umgestaltet werden. Aus der Bevölkerung und mehreren Parteien wurde immer wieder der Wunsch laut, dass auch im Inneren etwas getan werden soll. Belüftung, Stühle und die Toilettenanlagen lassen zu wünschen übrig.

Wirtschaftsförderung Hier liegt einiges brach – das aber ist systemimmanent. Denn weil sich die städtischen Grenzen von Meerbusch nicht einfach beliebig ausdehnen lassen, kann die Stadt auch nicht mehr Gewerbegebiete anbieten. Dabei ist die Nachfrage groß und täte der Stadt wegen der dann besser fließenden Gewerbesteuer auch gut. Der personelle Neustart setzt bestimmt neue Kräfte frei.

Interkommunales Gewerbegebiet Aus einem groß angelegten Areal zwischen Krefeld und Meerbusch, das beiden Städten nützen sollte, wurde ein abgespecktes Gelände von 30 statt 70 Hektar auf Meerbuscher Seite, das auch nur nach langen Diskussionen durch die Ausschüsse kam. Was fehlt:

Städteübergreifende Kooperation Sowohl Krefeld als auch Düsseldorf wären doch eigentlich passende Partner für Meerbusch, um gemeinsame Strategien egal, zu welchem Thema – zu entwickeln. Kirchturmdenken bringt niemanden weiter. Selbst die Idee, eine gemeinsame Düsseldorf-Meerbuscher-Gesamtschule zu bauen, klingt vernünftig. Warum wird mit grenz-überschreitender Zusammenarbeit so gehadert? Keine Stadt kommt mehr allein weiter. Und der Bürger selbst ist mobil und flexibel und zieht dahin, wo die Infrastruktur in Ordnung ist, wo es Schulen, Kitas, Grünflächen und andere „softskills“ gibt, die zu seinem Leben passen.

Sportstätten-Plan Auch hier: ein groß angelegtes Projekt, das von der zögernden Politik, die von vielen Lobbyisten aus den Sportvereinen beeinflusst wurde, am Ende zerredet war. Meerbusch ist unter anderem so lebenswert, weil es viele aktive Vereine – für Alt und Jung – gibt, in denen man sich sportlich oder ehrenamtlich betätigen kann, in denen Geselligkeit gepflegt wird. Diese Vereine sollten gestärkt werden. Dazu gehören auch moderne Anlagen, die zukunftstauglich sind. Der Plan sollte auf keinen Fall in der Schublade verschwinden.

Kommunikation Ganz generell gilt auch in Meerbusch: Sprechenden Menschen kann geholfen werden. Politik und Verwaltung sollten noch mehr als sonst die Bürger an ihren Prozessen beteiligen, sollten sie mitnehmen auf dem Weg hin zur Entscheidung. Es ist gut, dass die Bürgerbeteiligung bei Bauprojekten an der Tagesordnung ist, sollte aber bei anderen Plänen selbstverständlich sein. Nur so kann man Konsens schaffen, bevor es Überraschungen und dann Protest gibt. Tanja Karrasch/Anke Kronemeyer

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