Rückblick auf das Jahr 2018 in Meerbusch

Das ist in diesem Jahr passiert: Das war das Jahr 2018 in Meerbusch

Konverter, Anakonda, Gewerbegebiet oder Parkgebühren: Das war das Jahr 2018 in Meerbusch.

Meerbusch und das Jahr 2018 – was fällt einem da spontan ein? Natürlich die Schlange, oder? War das eine Aufregung, als plötzlich am 23. August eine schwarz-gelbe Anakonda am Ufer des Latumer Sees entdeckt wurde. Selten erlebte der beschauliche Ortsteil einen solchen Medien-Auflauf. Am 29. August war der Spuk dann auch schon wieder vorbei, als Feuerwehrmann Sebastian Schreiner aus Düsseldorf die Schlange einfangen und in sein Betttuch legen konnte. Aber die Tage stand Meerbusch weltweit (na ja, fast) in allen Medien und sorgte für Schlagzeilen, mitten in der Ferienzeit. Aber das Jahr hatte natürlich noch mehr Themen parat.

Hochwasser und Sturm Der Start ins Jahr 2018 war ziemlich nass: Der Rhein hatte Hochwasser und sorgte für spektakuläre Bilder auch in Meerbusch. Mit „Friederike“ und „Burglind“ kamen direkt zwei große Stürme hinterher. Sie fällten einige Bäume und versetzten die Feuerwehr in einen Dauereinsatz.

500 Radler nahmen an der ersten Meerbuscher Radnacht teil und fuhren rund 30 Kilometer durch die Ortsteile. Foto: Karrasch

Radaranlage Landrat Hans-Jürgen Petrauschke kam im Februar nach Lank-Latum und stellte mit Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage die neue Radaranlage an der Uerdinger Straße vor. 185.000 Euro hatte der Kreis in den Super-Blitzer investiert, der Lkw abschrecken sollte, die verbotenerweise diese Strecke in Richtung Krefelder Hafen und zurück fahren. Die Verwaltung und die Lanker fühlten sich vom Kreis in der Lkw-Problematik endlich ernst genommen. Nach nur einem Monat war der Blitzer dann aber schon wieder weg. Erst nur für ein paar Tage, weil laut Kreis die Akkus aufgeladen und dafür das gesamte Gerät abtransportiert werden musste. Einige Tage stand der Blitzer in Nierst, dann wanderte er an andere Stellen im Kreis, in Meerbusch lohnte sich das Gerät wirtschaftlich nicht. Jetzt sollen neue Verbots-Schilder helfen.

Städtefreundschaft Im April und Mai wurde gefeiert: Zum einen die 50-jährige Städtepartnerschaft von Meerbusch mit Fouesnant, zum anderen die intensiver werdende Beziehung zu Shijonawate in Japan.

Schul-Jubiläum Beide Gymnasien haben 2018 ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mataré-Gymnasium gab es Ende Mai einen großen Festakt, Eltern, Schüler und Lehrer sangen Beethovens „Ode an die Freude“, NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper lobte die Meerbuscher Europaschule. Mehrere hundert Gäste waren gekommen, darunter Sonja Mataré, die Tochter des Namensgebers Ewald Mataré. Ende Juni war das Städtische Meerbusch-Gymnasium dran. In einer Projektwoche erforschten die Schüler die Vergangenheit der Schule. Zum großen Festakt kam Journalist und Schriftsteller Jan Weiler, früherer SMG-Schüler.

OB Thomas Geisel und Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage schneiden das Band durch und geben damit die Böhlerstraße frei. Foto: Anne Orthen (ort)/Orthen, Anne (ort)

Böhlerstraße Nach Jahren der Planung konnte am 4. Juni endlich das „rote Band“ durchschnitten werden: Düsseldorf und Meerbusch nahmen die Böhlerstraße in Betrieb, die sie auch gemeinsam finanziert haben. Sie soll den Verkehr rund ums Areal Böhler entlasten, aber auch die neuen Wohngebiete erschließen.

Radnacht Es war ein tolles Bild, als im Juni hunderte Menschen in gelben Westen 30 Kilometer durch die verschiedenen Ortsteile radelten. Die erste Meerbuscher Radnacht war ein voller Erfolg. 500 Bürger fuhren an dem lauen Sommerabend mit, Polizei und Feuerwehr begleiteten die Tour. Am Straßenrand sorgten Zuschauer mit Jubel und La-Ola-Wellen für gute Stimmung. Besonders glücklich über die Radnacht waren die Organisatoren Dana Frey vom Fachbereich Umwelt der Stadt und Fahrradexperte Michael Bertholdt.

Konverter Das politische Thema, das sich fast durch jede Diskussion in jedem Monat zog. Aber: Es gab 2018 vor allem Rückschläge. Die größte Enttäuschung für die Meerbuscher: Mitte Juli stimmte im Regionalrat die Mehrheit aus CDU und FDP/Freie Wähler (FW) gegen den Antrag der SPD, mit dem die Kaarster Dreiecksfläche doch noch als Standort für den Doppelkonverter im Rennen gehalten werden sollte. Die Sozialdemokraten wollten die Bezirksregierung auffordern, entsprechend planerisch tätig zu werden. Damit der Konverter in Kaarst gebaut werden kann, müsste die Kiesbindung der Fläche aufgehoben werden. Die Konsequenz: Im September reichte Amprion die Unterlagen für die Bundesfachplanung ein – darin steht der Osterather Standort auf Platz eins, Kaarst fällt aufgrund von „Realisierungshemmnissen“ unter ferner liefen.

Fröhliche Stimmung bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Freundschaft. Foto: anke kronemeyer

Kooperationsende Mitte Juli kündigen die Grünen die Kooperation mit der CDU. Fast neun Jahre hatten die Fraktionen die Rats-Mehrheit gestellt. Dann führten vor allem zwei Entscheidungen zur Trennung: Der Anbau am Forum Wasserturm, den die Grünen für viel zu teuer halten, und die Entscheidung für die interkommunale Zusammenarbeit mit Krefeld bei einem neuen Gewerbegebiet in Osterath. In beiden Fällen hatten CDU und SPD gemeinsam gestimmt. Auf dieser Grundlage sei eine vertrauensvolle Kooperation nicht mehr möglich gewesen, hieß es von den Grünen, die CDU habe den Kooperationsvertrag mehrfach gebrochen. Seitdem finden sich im Meerbuscher Stadtrat wechselnde Mehrheiten.

  • Exotische Würgeschlange : Anakonda in Meerbuscher See entdeckt

St. Mauritius Im Juni feiert die Büdericher Mauritiuskirche den 125. Weihetag und gleichzeitig das silberne Priesterjubiläum von Pastor Michael Berning. Die Kirche ist an diesem Tag so voll wie sonst wohl nur am heiligen Abend, hunderte Gläubige sind gekommen, auch viele Wegbegleiter aus Pastor Bernings Vergangenheit. Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft begleitet ihren Präses mit Vertretern aus sieben Kompanien zum Altar, Bischof Sebastián Ramos aus Peru übergibt ein besonderes Geschenk: eine bunte Stola aus seinem Heimatland.

Gewerbegebiet Das Interkommunale Gewerbegebiet wird Anfang Juli nach einer langen Hängepartie endlich auf den Weg gebracht – wenn auch kleiner als zunächst geplant und gewünscht.

Heißzeit  Der Sommer sollte sieben Monate dauern, begann im April, zog sich über Juni und Juli und hielt fast bis in den Oktober an. Auch Meerbuscher genossen diese ungewöhnliche Zeit und stürmten die Eisbuden.

Meerbad Das Hallenbad, das ein Jahr zuvor eröffnet worden war, wird gut von der Bevölkerung angenommen. So gut, dass schon nach den ersten zwölf Monaten der 100.000 Besucher begrüßt werden konnte. Paul und Jana Götz freuten sich über Schwimm-Gutscheine.

Polizei Mitte Oktober übernimmt Thomas Pilz die Polizeiwache von Kurt Koenemann, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Parkgebühren Im Herbst wird deutlich: Es dauert nicht mehr lange, bis das Parken auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich Geld kostet. Je näher das Datum rückt, desto mehr rühren sich die Proteste von Anwohnern, die nicht gewillt sind, 45 Euro pro Monat für eine Dauerparkkarte zu zahlen. Die ersten Klagen werden angekündigt.

Großbrand Mitte Dezember sorgte ein Feuer für einen Schaden in Millionenhöhe: Bei Bos Food brannten Delikatessen im Wert von 870.000 Euro, eine Halle wurde komplett zerstört.

Ganz-Jahres-Einsatz Von Januar bis Dezember unermüdlich im Einsatz: Ehrenamtler, die sich um bedürftige Meerbuscher kümmern. Egal, ob es Kinder sind, Mütter, die Deutsch lernen wollen, oder Flüchtlinge, die Hilfe im Alltag benötigen. Dieses Engagement ist seit Jahren vorbildlich und sollte nicht unerwähnt bleiben.

Mehr von RP ONLINE