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Senioren-Tennisspielerin aus Meerbusch holt den Titel im Doppel

Erfolg in Kroatien : Tennis-WM-Titel geht nach Lank

Reinhilde Adams aus Lank-Latum hat bei der Tennis-Weltmeisterschaft für Senioren in der Altersklasse Ü65 den Titel im Doppel errungen.

„Ich bin überwältigt. Das ist eine echte Sensation, mit der ich vorher nie gerechnet hätte“, sagte Reinhilde Adams nach dem Spiel. Der Triumph kam deshalb so überraschend, weil sie mit ihrer Doppelpartnerin – der Australierin Helen Holcome – zuvor noch nie zusammen gespielt hat.

Gleich im Auftaktmatch waren sie im kroatischen Umag auf einen der Turnierfavoriten, das an Nummer zwei gesetzte Duo Heide Eisterlehner/Tina Karwasky (Deutschland/USA), getroffen. Knapp mit 6:4 und 7:5 setzten sich Adams/Holcome überraschend durch. „Das hat uns viel Selbstvertrauen gegeben“, sagte die 66-Jährige. Dennoch drohte im Halbfinale gegen die Britinnen Pauline Fisher/Shirley Fox das Aus. Mit 2:6 und 1:4 lagen Adams/Holcome bereits zurück. „Wir waren viel zu verkrampft. Das hat sich erst gelöst, als wir nichts mehr zu verlieren hatten“, so Adams. Sie holten fünf Spiele in Folge, entschieden auch den Champions-Tie-Break mit 10:8 für sich. Im Endspiel setzten sie sich mit 4:6, 6:2 und 10:6 gegen Marjory Love/Rosemary Wilson aus Großbritannien durch und sicherten sich damit den WM-Titel. Als bei der Siegerehrung die deutsch Hymne lief, hatte Adams Gänsehaut. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Für mich ist das der größte Erfolg meiner Karriere.“

Erst im Alter von 33 Jahren hatte sie überhaupt mit dem Tennisspielen begonnen. Es war der Start in eine erfolgreiche „Seniorinnen-Laufbahn“. Adams steigerte sich von Jahr zu Jahr. In der Altersklasse 40 errang sie im Doppel ihre erste deutsche Meisterschaft. In den Altersklassen 45, 50 und 55 gelang ihr das gleiche Kunststück erneut. Auch auf internationaler Ebene fuhr sie immer mehr Erfolge ein. Sie wurde Europa-Meisterin, nahm an vielen Weltmeisterschaften teil, errang zahlreiche Turniersiege auf der ITF-Serie und kletterte in der Weltrangliste ihrer Altersklasse kürzlich auf Platz vier. Ihre große Stärke ist die Kondition, Adams gehört zu den fittesten Spielerinnen, kann damit oft noch im dritten Satz, die Matches zu ihren Gunsten entscheiden. Zudem raubt sie ihren Gegnerinnen mit ihrer unorthodoxen Spielweise die Nerven. „Ich bevorzuge die klassische Variante, spiele wenig Topspin und streue dafür gerne Slice ein, vor allem gerne als Stopp“, erzählt Adams.

Neben dem Doppel-Triumph gelang ihr bei der WM in Umag im Einzel der Sprung ins Viertelfinale. Im Mixed war an der Seite des Dänen Frans Norby ebenfalls erst in der Runde der letzten Acht Schluss. Im Team-Wettbewerb war Adams zuvor mit der deutschen Auswahl auf Rang fünf gelandet. „Mein Fazit fällt durchweg positiv aus. Ich habe mein Ziele weit übertroffen“, sagt sie.

In den nächsten Tagen wird sie ihre Tennistasche erst einmal in die Ecke stellen. „Die letzten zwei Wochen waren körperlich und mental sehr anstrengend“, sagt sie. Doch bereits am Wochenende ist die Schonpause vorbei, denn die Wintersaison steht vor der Tür. Und auch da möchte Adams weiter erfolgreich sein. Seit sie vor einem Jahr in Rente gegangen ist, kann die ehemalige Angio-Technikerin ihrem Sport noch mehr Zeit widmen. „Es ist nie zu spät, eine neue Leidenschaft für sich zu entdecken. Für mich hat es sich definitiv geloht, so spät noch mit dem Tennis spielen zu beginnen.“