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Meerbusch: Ein erster Blick in die Berufswelt

Meerbusch : Ein erster Blick in die Berufswelt

Am 26. Juni findet zum dritten Mal die Aktion "Check In Berufswelt" im Meerbusch statt. Unternehmen öffnen die Türen für Schüler, die nach einer Perspektive für den Berufseinstieg suchen

Melanie Nickel ist ehrgeizig. Schon während ihrer Schulzeit hat die ehemalige Gymnasiastin viele Praktika absolviert, um möglichst früh herauszufinden, in welche Richtung es nach dem Abitur gehen soll. Mediengestaltung kam schließlich in die engere Auswahl. Doch wie sollte sie in der Branche Fuß fassen, Kontakte knüpfen und auf sich aufmerksam machen? Ein Jahr vor dem Abitur wurde sie auf einen Flyer der Aktion "Check In Berufswelt" aufmerksam. "Das Angebot klang sehr gut", erinnert sich Nickel. Auf der langen Liste der teilnehmenden Unternehmen, die den Schülern einen Schnuppertag in ihrem Betrieb anboten, war auch die Stünings Medien GmbH vertreten — ein Volltreffer für die Oberstufenschülerin, die mittlerweile dort ihre Ausbildung zur Mediengestalterin macht. Am Veranstaltungstag wurde sie von den Mitarbeitern im Betrieb herumgeführt, führte ausführliche Gespräche mit den Angestellten und konnte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. "Ich kann mir kein besseres Angebot für Schüler vorstellen, um einen reibungslosen Start ins Berufsleben zu schaffen", sagt die Auszubildende.

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Die Initiatoren und Teilnehmer sind sich einig: Die "Check In Berufswelt"-Aktionstage bringen Vorteile für beide Seiten. Schüler erhalten Chancen und Perspektiven, Unternehmen können sich präsentieren und junge Menschen für ihre Branche begeistern. Im letzten Jahr nahmen 258 Betriebe verschiedener Branchen — vom Handwerk bis hin zur Dienstleistung — und rund 5000 Schüler an der Aktion teil. "Das können wir in diesem Jahr noch übertreffen" sagt Organisator Thomas Feldges. "Derzeit suchen wir noch nach Unternehmen, die den Jugendlichen eine erste Orientierungshilfe geben möchten."

Auch die Betriebe möchten sich mit dem Projekt für die Zukunft absichern, zum Beispiel im Handwerk. "Wir haben die einmalige Möglichkeit, den Schülern unsere facettenreiche Branche vorzustellen und ihnen neue Ideen für ihren beruflichen Werdegang zu vermitteln", sagt Rolf Meurer, Chef der Kreishandwerkerschaft. Vor allem der Mangel an Fachkräften mache es notwendig, junge Menschen schon früh für das jeweilige Berufsfeld zu gewinnen. "Wir nehmen uns Zeit für die Teilnehmer, erklären ihnen die Anforderungen des Jobs und motivieren sie, sich in der Schule anzustrengen, um ihren Traumberuf zu erreichen", so Meurer.

Erst das Praktikum, dann die Ausbildung oder das Studium nach der Schule, dann der Berufseinstieg — so sieht der Idealfall, ähnlich wie bei Melanie Nickel, aus. Um möglichst flächendeckend zu informieren und die ganze Palette der Bildungswege zu präsentieren, sind Arbeitsagentur und verschiedene Hochschule mit an Bord. "Viele Jugendliche orientieren sich erst nach ihrem Abschluss", meint Ingo Zielonkowsky von der Agentur für Arbeit, Krefeld und Viersen. "Das ist viel zu spät. Man muss rechtzeitig reinschnuppern und dann am Ball bleiben."

(cwo)