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Meerbusch: Demokraten machen Front gegen Rechts

Meerbusch : Demokraten machen Front gegen Rechts

Ein Bündnis gegen den braunen Mob wird sich am 6. Februar in Meerbusch konstituieren. Mitmachen kann jeder, der dies möchte. Von dem Zusammenschluss soll das Signal ausgehen, dass Rassisten unerwünscht sind

Am 6. Februar ist es so weit: Dann wird sich ein "Bündnis Meerbusch gegen Rechts" konstituieren. Die Gründungsveranstaltung geht ab 19 Uhr in der Dorfschänke in Osterath über die Bühne. "Wir erwarten mindestens 80 Teilnehmer", sagt SPD-Ratsherr Hans Günter Focken. Er gehört mit den Ratsherren Christian Staudinger-Napp (UWG) und Michael Eckert (Linke/Piraten) zu dem dreiköpfigen Organisationsteam des Bündnisses, das von allen Parteien im Stadtrat getragen wird. Das Ziel des Zusammenschlusses: Demokraten stehen zusammen und machen gemeinsam Front gegen Rechtsextremisten.

"Von dem Bündnis soll das Signal ausgehen, dass braune Tendenzen gleich welcher Art in Meerbusch nicht geduldet werden", betont Staudinger-Napp. Organisationen wie auch Einzelpersonen können mitmachen. "Jeder, der möchte, kann am 6. Februar zur Gründungsveranstaltung kommen und sich dann wie auch künftig mit Vorschlägen einbringen", erklärt Eckert.

Die Planungen für den Abend sehen so aus: Zunächst wird Meerbuschs stellvertretender Bürgermeister Leo Jürgens (CDU) ein Grußwort sprechen. Im Anschluss daran soll aus der versammelten Gemeinschaft heraus ein fünf bis sieben Personen bestehender Sprecherrat gewählt werden. Als nächstes steht die Bildung von zwei Arbeitsgruppen auf der Tagesordnung: Die eine kümmert sich um "Aktion" und sorgt dafür, dass das Bündnis handlungsfähig ist, die andere hat den Arbeitstitel "Information und Bildung" und sorgt für Vorträge und Veranstaltungen, die etwa über die Gefahren von Rechtsextremismus aufklären.

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"Das Bündnis wird keine Vereinsstrukturen und auch keine Geschäftsstelle haben", erklärt Eckert. Die Hierarchien sind flach. "Wichtig ist eine starke Vernetzung der Bürger innerhalb von Meerbusch", fügt Staudinger-Napp hinzu. Dafür hatte das Organisationsteam in den zurückliegenden Wochen über 100 Einrichtungen - von Schulen über Sport- und Schützenvereinen, Kirchen bis hin zum Ehrenamtsforum, Feuerwehr und andere - angeschrieben und um Unterstützung geworben. Die Resonanz war positiv. "Oft hieß es auch, dass man aus terminlichen Gründen zwar nicht an der Gründungsveranstaltung teilnehmen könne, grundsätzlich aber zur Mitarbeit bereit sei", berichtet Focken.

Welche konkreten Projekte in Angriff genommen werden, ist offen. "Von Seiten des Organisationsteams gibt es viele Ideen, letztendlich entscheiden aber alle gemeinsam, was gemacht wird", erklärt Eckert. Außer Frage steht indes für die Mitglieder des Organisationsteams, dass das Thema "Gefahren von Rechtsextremismus" verstärkt in die Schulen getragen werden sollte "Nicht zuletzt Jugendliche müssen dafür sensibilisiert werden, dass viele der Neonazis nicht offen agierten", betont Focken. So versuchten Neonazis etwa in Diskussionen, unterschwellig rassistische Vorurteile zu schüren. Hier müsse gegengesteuert werden.

Staudinger-Napp schließt nicht aus, dass das Meerbuscher Bündnis gegen Rechts auch ein Zeichen für andere Städte im Rhein-Kreis Neuss sein könnte, einen ähnlichen Zusammenschluss zu bilden. Eckert: "Die klare Botschaft lautet: Rassisten sind in Meerbusch nicht erwünscht, sie bekommen mächtig Gegenwind."

(RP)