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Meerbusch: "Containerbauten" für Flüchtlinge?

Meerbusch : "Containerbauten" für Flüchtlinge?

In Meerbusch werden weitere Unterkünfte für Asylbewerber benötigt. Im Gespräch ist, dass in Osterath demnächst Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Die Art, wie dies geschehen könnte, ist umstritten

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Meerbusch. Derzeit wird ausgelotet, wo sie untergebracht werden können. Im Gespräch sind auch sogenannte "Containerbauten". An dem Wort scheiden sich indes die Geister. Der Sozialausschuss wird sich am kommenden Dienstag mit dem Thema Flüchtlingsunterkünfte befassen.

In die umgebaute ehemalige Kita 71 in Bösinghoven können Flüchtlinge in den nächsten Wochen einziehen. Benötigt werden aber noch weitere Unterkünfte. Im Gespräch ist, auf dem Gelände am Parkplatz Kranenburger Straße in Osterath für Asylbewerber vier Wände zu schaffen. In einer Vorlage für den Sozialausschuss ist von einer "Raumzellenbauweise" die Rede. Andere sprechen von "Containerbauten". Ein Wort, das der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Damblon "ungern verwendet", wie er sagt. "Sprechen wir doch statt von Containern lieber von Fertigbauten", fügt er hinzu. Ihr Vorteil sei, dass sie schnell errichtet werden können. Von innen seien diese Bauten wie "ganz normale Häuser auch". Das sieht FDP-Fraktionschef Klaus Rettig ähnlich. In den Fertigbauten sei in aller Regel ein gutes Leben möglich, sagt der Liberale. Das Wort "Containerbauten" lehnt er ebenfalls ab.

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"Wir müssen rasch reagieren, um die immer zahlreicher werdenden Flüchtlinge in Meerbusch unterbringen zu können", sagt Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters. Daher gebe es wohl zu Fertigbauten keine Alternative. Das Wort "Container" findet Peters unpassend, "Modulbauweise" trifft es aus seiner Sicht besser.

"Für uns ist entscheidend, wie die Modulbauten aussehen", sagt SPD-Parteichefin Heidemarie Niegeloh. Containerbauten seien mit den Sozialdemokraten nicht zu machen. "Flüchtlinge haben ein Anrecht darauf, in einem angemessenen Umfeld leben zu können." Sie kündigte an, dass die SPD die Umsetzung eines 13 Jahre alten Ratsbeschlusses beantragen werde: Er sieht den Bau eines Asylbewerberheimes an der Insterburger Straße in Osterath vor.

"Wer Worte wie 'Willkommenskultur' in den Mund nimmt, muss sich stärker als bisher für Flüchtlinge engagieren", fordert der Fraktionschef der Linken/Piraten im Stadtrat, Michael Eckert. Er wendet sich gegen eine Unterbringung der Asylbewerber in "Containern" und spricht sich für kleine Wohneinheiten für Flüchtlinge aus. Die Stadt kümmere sich zu wenig um das Thema, kritisiert Eckert. "Auch UWG-Fraktionschef Christian Staudinger-Napp hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, Flüchtlinge zentral unterzubringen - allein schon, damit sie kurze Wege haben, wenn sie Sprachkurse besuchen oder zum Arzt müssen. Von "Containerbauten" hält er nichts: "Sie sollten vermieden werden."

(RP)