Lokalsport: Trainerin Kunel setzt beim Spitzenreiter auf das Kollektiv

Lokalsport : Trainerin Kunel setzt beim Spitzenreiter auf das Kollektiv

BBZ Opladen ist morgen zu Gast in Wolfenbüttel.

Für das rheinische Derby gegen die TG Neuss hatte Birgit Kunel im Vorfeld vor allem auf Tiefstapelei gesetzt. "Wir müssen nicht glauben, nur weil wir jetzt dreimal hintereinander gewonnen haben, hätten wir da irgendeine Chance. Es geht nur darum, lange mitzuhalten und sich ordentlich zu verkaufen." Ob Glück oder eiskalte Kalkulation: Der Plan, sich selbst eher klein zu machen, ging auf. Am Ende standen ein 70:68-Sieg und damit das Vorrücken auf Platz sechs in der 2. Basketball-Bundesliga der Frauen. Eine Woche später wartet nun der nächste Top-Gegner auf BBZ Opladen. Morgen (15 Uhr) geht es zum Tabellenführer Wolfenbüttel. Und im Vergleich zu ihrer letzten Ankündigung, klingt das, was Kunel diesmal als Marschroute ausgibt, beinahe wie eine Kampfansage: "Beim Spitzenreiter zu spielen hat auch immer was von Schaulaufen. Aber wir fahren da sicher nicht hin, um uns die Halle anzusehen."

Die Halle des Liga-Primus ist für Gastmannschaften in dieser Spielzeit kein gutes Pflaster. Bisher konnte noch kein Team Punkte aus der Lindenhalle mitnehmen. Die große Übermannschaft sind die Wölfe daheim aber dennoch nicht, die wenigsten Partien waren ohne Nervenkitzel. Davon versteht BBZ seit einigen Wochen auch so einiges. Aus den vergangenen vier Begegnungen gab es vier Siege - allesamt äußerst knapp. Die Angelegenheit im Hinspiel dagegen war deutlich: Wolfenbüttel siegte Am Heisenberg 77:58. Es war der erste Spiel nach dem Bänderriss von Spielmacherin Jill Stratton. Die ist mittlerweile nicht nur längst zurück, sondern auch in bestechender Form. Dass die Kanadierin allein gegen fünf Profi-Spielerinnen in den Reihen der Gastgeberinnen nicht viel wird ausrichten können, weiß auch Kunel. Sie vertraut daher so wie immer dem starken BBZ-Kollektiv, das zuletzt neben Neuss mit den Osnabrück Panthers in der Rückrunde bereits zwei Topmannschaften bezwingen konnte.

Auch mit dem aktuellen Lauf bleibt Wolfenbüttel für Kunel ein Bonusspiel. Denn dass Neuss trotz der aktuellen Minikrise mit drei Niederlagen noch weiter nach unten durchgereicht wird, denkt sie nicht. Ob das neu ausgegebene Saisonziel - Platz fünf - realisiert werden kann, entscheide sich in den Wochen danach, wenn es mit Berlin, Bensberg und Krofdorf gegen die unmittelbaren Tabellennachbarn geht.

"Wir nehmen davor und danach natürlich alles andere auch dankend an. Aber das werden die Spiele, in denen wir unser Ziel erreichen oder verpassen können. Die Mannschaft hat sich in der Rückrunde vieles hart erkämpft. Aber auch jetzt wird uns nichts von alleine in den Schoß fallen", betont Kunel.

(sl)
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