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Leverkusen: Ein Paradies für kleine Künstler

Leverkusen : Ein Paradies für kleine Künstler

An der Hugo-Kükelhaus-Schule zeigten 145 Kinder ihr kreatives Können.

Etwas schüchtern drehte Gina ihren Fuß auf dem Boden hin und her. Ihr gepunktetes Oberteil hielt sie dabei in der Hand. Sehr gern, erzählte sie, mache sie daheim Kunst. Malen und Basteln gehören zu den allerliebsten Beschäftigungen der 14-Jährigen von der Hugo-Kükelhaus-Schule - einer Sonderschule für behinderte Kinder. Am Donnerstag war die noch mehr ein Paradies als ohnehin fast täglich. Denn an der Schule in Alkenrath ging es während des Kulturtags um Kunst aller Art.

Die 145 Kinder, die unterschiedliche Behinderungen haben, konnten den ganzen Tag Kunst erleben, ansehen, riechen und berühren. Es half ihnen, Perspektiven zu wechseln, die Persönlichkeiten weiterzuentwickeln und immer neue Überraschungen zu entdecken. "Es ist toll, zu sehen, dass sie über den Tellerrand hinausschauen können", berichtete Lehrerin Sabine Göke. "Sonst müssen sie sich immer in die Gesellschaft eingliedern, doch hier dürfen sie heute einfach verrückt sein."

So unterschiedlich all die selbst gemachten Kunstformen in den 13 Räumen auch waren, und so sehr sich die Kinder auch in ihren Behinderungen unterscheiden, einten sie doch ihre geistigen Handicaps und vor allem: die Liebe zur Malerei, den Farben und Basteln. Noch durften gestern nur Eltern und Lehrer den sich auf künstlerische Art und Weise ausdrückenden Kindern zusehen. In einem Jahr wird der Kulturtag aber vielleicht bereits öffentlich. Und im November dieses Jahres erhalten all die guten Seelen des Fördervereins einen Einblick. 120 engagierte Eltern und Sponsoren sind darin organisiert. "Das ist für die kleine Schule schon eine Menge", sagte Anja Brückmann stolz. Die 51-Jährige ist Mutter einer Tochter, die die Schule in Alkenrath besucht.

Erst vor kurzem konnte sie mit dem Förderverein einen schuleigenen Bus beschaffen. Damit ist es der Schule noch besser möglich, Klassenfahrten durchzuführen. Brückmann lobte die Lehreinrichtung für die individuelle Förderung. "Eine solche Inklusion ist an einer großen Schule so gar nicht möglich", versicherte sie.

Dass sich die Kinder und Jugendlichen, die im Grundschulalter an die Schule kommen und diese erst nach bis zu gut 13 Jahren wieder verlassen, jedes Jahr weiterentwickeln, bemerkt auch Stefan Esser. Es sind diese Erfolge, die den stellvertretenden Schulleiter seinen Beruf lieben lassen. "Man merkt, dass das Tun nicht umsonst ist", sagte der 52-Jährige.

(brü)