Leverkusen: Bei Engel klingt Cat Ballou wie Pink Floyd

Leverkusen: Bei Engel klingt Cat Ballou wie Pink Floyd

Die "Stimme Kölns", wie Tommy Engel auch genannt wird, begeisterte im Forum mit alten und altbekannten Nummern. Die waren musikalisch aber von ihm aufgepeppt.

Perlen aus dem Fundus kölscher Songs hat Tommy Engel auf seinem aktuellen Album "Dat Kölsche Songbook" neu eingespielt. Am Donnerstag stand er mitsamt Band auf der Forum-Bühne, um zu beweisen, wie frisch und hörenswert diese musikalischen Glanzstücke klingen. Vor allem dank Engels' Kunst, die Titel zu covern, zu arrangieren und somit in völlig neuem Gewand vorzutragen. Das Publikum war begeistert von dem, was ihnen die "Stimme Kölns" bot. Zumal sich der einstige Frontsänger der Kölner Mundartgruppe "Bläck Föööss" nicht nur als begnadeter Sänger erwies, sondern ebenso sein Talent als Unterhaltungskünstler unter Beweis stellte. So schilderte er eine anrührende Geschichte zur runderneuerten Version von Trude Herrs' "Niemols jeit mer su janz". Der aktuelle Text der Neuinterpretation stammt übrigens von Wolfgang Niedecken.

Für seine CD bediente sich Engel bei zahlreichen früheren und heutigen Tonkünstlern seiner Heimatstadt. Angefangen von Willi Ostermann über Kasalla bis hin zu Cat Ballou. Er interpretierte Lieder wie "Ever et Hätz bliev he en Kölle" oder "Ene Besuch em Zoo". Der Ohrwurm "Et jitt kei Wood" klang bei Engels wie Pink Floyd. Den volkstümlichen Schunkelcharakter der Ostermann-Hymne "Heimweh nach Köln" ersetzte er durch sanften Rockrhythmus. Der Versuch des Publikums, das bekannte Stück mitzusingen, misslang. Fööss-Titel wie "Pütze Hein" hatten sehr viel mehr Pepp und waren kaum wiederzuerkennen. Das galt auch für die Ballade "Nit vun Kölle", mit der Kasalla den früheren Beatles-Musiker John Lennon würdigte.

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Einzig das Liebeslied "Noh bei mir", mit dem Engel den Abend eröffnete, passte nicht in dieses Schema. Denn bei diesem Song handelte es sich um eine Coverversion des Klassikers "Stand by me" von Ben E. King. In der Pause gestand Besucherin Brigitte Bleikerts: "Wegen Tommy Engel fand ich die Black Fööss gut. Jetzt nicht mehr. Aber Tommy bin ich immer treu geblieben." Die Leverkusenerin und Ehemann Hans hatten die Karten zu Weihnachten von Sohn Oliver geschenkt bekommen, der die Eltern begleitete.

Tommi Engels "Dat Kölsche Songbook" ist insgesamt eine augenzwinkernde Anspielung auf das "Great American Songbook": Unter diesem Begriff sind die einflussreichsten Klassiker der amerikanischen Unterhaltungsmusik der 1930er bis 1960er Jahre - quasi der künstlerische Höhepunkt des populären Musikschaffens in den USA - versammelt.

(gkf)