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Leichlingen: Leichlingen feiert im Regen

Leichlingen : Leichlingen feiert im Regen

Was bekommt man für 50 Euro auf dem Bürgerfest? Unsere RP-Mitarbeiterin war auf dem Fest unterwegs und hat den Test gemacht - mit Gummistiefeln und Regenschirm. Gegen Abend wurde es gemütlich voll auf der Festwiese.

Kennen Sie das auch? Die kleinen Dinge im Leben stellen uns manchmal vor die größten Herausforderungen. In unserem Fall waren es exakt ein Euro und 70 Cent, die uns beim Leichlinger Bürgerfest und Handwerkermarkt am Sonntag beschäftigten. Oder vielmehr die Frage: Geben wir unser letztes Geld für eine Bratwurst am Stand des Schulvereins der Leichlinger Realschule aus oder doch lieber für eine große Süßigkeitentüte einige Zelte weiter?

Wir haben die Herausforderung schließlich gemeistert, doch dazu später mehr. Mit fünfzig Euro hatten wir uns am Sonntagmittag in wichtiger Mission auf den Weg gemacht: Als Testkäufer sollten wir schauen, was eine dreiköpfige Familie für einen Fünfziger auf dem Bürgerfest und Handwerkermarkt samt Entenrennen bekommt. Gestartet sind wir deshalb im alten Stadtpark bei Kunsthandwerk Hölzer. Denn der Stand hatte nicht nur Leichlinger Motivkerzen und Servietten im Angebot, sondern auch eine Stofftasche des Wirtschaftsförderungsvereins - eine gute Basis für unseren Shoppingmarathon. Umso mehr waren wir überrascht, dass uns das Geldausgeben gar nicht leicht gemacht wurde: Beste Unterhaltung gab es gratis.

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Denn auf dem Handwerkermarkt zeigten nicht nur Schmied und Seilmacher ihr traditionelles Können. Auch bei den Langerfelder Garnbleichern erfuhren die Besucher ganz umsonst, wie aufwändig in früheren Zeiten im Tal der Wupper Leinen für die Textilindustrie gebleicht wurde. Nach so viel Information sollte aber auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Mit frischen Champignons samt einer ordentlichen Portion Tzaziki versorgte sich Vater Arnd deshalb kurzerhand im Zelt des Gemischten Chores Germania Leichlingen-Büscherhöfen.

Die Stärkung war nötig, zog es Sohn Marc doch bereits zu Töpfermeister Jork Wüllenweber, bei dem er einen Becher anfertigen durfte. Für Sohnemann war das nicht anstrengend, sein Vater aber musste die Töpferscheibe mit Pedalantrieb zum Laufen bringen. Und damit nicht genug der Self-Made-Kunst: Am Stand nebenan lockte Holzdrechsler Paul Peeters die Besucher an. Hier durften die Kinder Holzkreisel selbst drechseln und bemalen. Unterbrochen wurde der handwerkliche Einsatz nur durch das Entenrennen an der Wupper, dessen Zieleinlauf wir auf keinen Fall verpassen wollten.

Schließlich hatten wir kurz zuvor für vier Renn-Enten die Patenschaft übernommen. Doch dann schlug endlich die Stunde unseres neuen Stoffbeutels: Der Imkerverein Leichlingen versorgte uns nicht nur mit interessanten Informationen rund um die Imkerei in der Blütenstadt, sondern auch mit einem Glas heimischen Honigs. Bei der Witzheldener Bauernkäserei wanderte ein würziges Stück Bärlauch-Käse in den Beutel. Damit wir den zuhause nicht trocken essen müssen, hat uns Glasgraveur Siegfried Hartauer gleich noch ein Trinkglas samt Gravur verkauft. Nach einem Abstecher zum Schmuckstand war unser Geldbeutel schließlich doch so gut wie leer, bis auf besagte 1,70 Euro. Und so viel sei verraten: Die Bratwurst der Realschule war jeden Cent wert.

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