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Leichlingen: Jetzt auch Ärger am Bahnübergang Sandstr.

Leichlingen : Jetzt auch Ärger am Bahnübergang Sandstr.

Stabgitterzäune am Leichlinger Bahnhof sollen Bahnreisende künftig daran hindern, unerlaubt die Gleise zu überqueren. Auch die Schranke am Bahnübergang Sandstraße macht Probleme. Anwohner klagen über Lärm.

Weil die Schranke am Leichlinger Bahnhof oft bis zu 20 Minuten geschlossen ist, überqueren Bahnreisende immer wieder unerlaubt die Gleise. Um das Problem zu lösen, haben sich jetzt Vertreter von Stadt, Bundesbahn, Eisenbahnbundesamt und DB Netz am Leichlinger Bahnhof getroffen und die Schranke bei einer "Sonderschau" unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: "Das Sicherheitsrisiko soll durch Stabgitterzäune rechts und links der Schranke beseitigt werden", sagte Jürgen Krey, Leiter der Unteren Straßenverkehrsbehörde, gestern auf Anfrage. Wann die Stabgitterzäune aufgestellt werden, stehe noch nicht fest. Die Ergebnisse der Bahnschau sollten in den nächsten Tagen zu Papier gebracht werden und Thema im morgigen Verkehrsausschuss sein.

Wer beim illegalen und lebensgefährlichen Überqueren der Gleise von der Bahnpolizei erwischt werde, müsse mit einer Strafe von bis zu 350 Euro rechnen, betonte Krey. Zu den Schließzeiten berichtete der Leiter der Unteren Straßenverkehrsbehörde: "Die Schranke funktioniert. Ausreißer kommen laut Bahn durch die Bauarbeiten am Bahnhof zustande." Das Problem lasse sich vor Ende der Bauarbeiten nicht beheben. Autofahrer und Bahnfahrer müssten also weiterhin, mindestens bis März kommenden Jahres, mit langen Schließzeiten rechnen.

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Nicht nur die Schranke am Leichlinger Bahnhof sorgt für Unmut bei Autofahrern und Passanten – auch mit der Schranke am Bahnübergang Sandstraße (Grenze zu Leverkusen-Opladen) gebe es Probleme, berichtete Krey. "Auch hier werden die Gleise immer wieder unerlaubt überquert, Anwohner klagen über Lärm, weil der Nachtverkehr dort zugenommen hat", sagte Krey. Eine Einfriedung bringt nichts, weil wir hier eine Halbschranke haben. Uns sind die Hände gebunden", betonte Krey.

Nicht nur die Schließzeiten der beiden Schranken, sondern auch der Baulärm am Bahnhof sorgt derzeit für Aufregung bei den Leichlingern. Wegen nächtlicher Rammarbeiten für die behindertengerechte Rampe am Bahnhof kommt es seit Wochen zu erheblichem Lärm, klagen Bürger aus der Blütenstadt (wir berichteten).

Ursula Hoffmann, die 50 Meter von der Bahnhof-Baustelle entfernt wohnt, hat für die Nachtarbeiten kein Verständnis. "Der Lärm ist unerträglich, ich bekomme nachts ohne Schlaftabletten kein Auge zu", monierte die 75-Jährige gestern. "Mein Mann liegt die ganze Nacht wach, weil er wegen eines Herzinfarkts keine Schlaftabletten nehmen darf." In ein Hotel zu ziehen komme für die Hoffmanns nicht in Frage. "Das geht nicht, mein Mann ist Dialyse-Patient. Das nächste Hotel ist in Langenfeld."

Die Bahn hatte vergangene Woche auf Anfrage gesagt, dass es noch bis März vereinzelt zu Lärm durch nächtliche Rammarbeiten kommen könne. Anwohner, denen es zu laut sei, könnten sich auf Kosten der Bahn ein Hotel nehmen, hatte ein Bahnsprecher mitgeteilt.

(RP)