Krefeld: Sparkasse: Kein Geld ab 24 Uhr

Krefeld: Sparkasse: Kein Geld ab 24 Uhr

Nach der Serie von Sprengungen der Geldautomaten schließt die Sparkasse in 21 Krefelder Filialen nachts die Foyers. Nur am Ostwall kann noch Geld abgehoben werden. Die Sparkasse spricht von einer "vorübergehenden Lösung".

Die dritte Sprengung eines Geldautomaten der Sparkasse Krefeld-Viersen in nur zwei Wochen hat das Kreditinstitut gestern die Reißleine ziehen lassen: Sparkassen-Sprecher Peter Bauland kündigte an, in 21 Krefelder Filialen sowie im Kreis Viersen und Geldern zwischen 24 und 6 Uhr die Foyers zu schließen. Geldabheben ist in dieser Zeit nicht möglich. Einzig das Foyer der Hauptgeschäftsstelle Ostwall bleibt nachts geöffnet. Zusätzlich gibt es Außenautomaten am Sprödentalplatz, bei Knufmann und am Klinikum.

Bauland sagte gestern auf RP-Anfrage: "Wir sehen das keinesfalls als Dauerlösung, es handelt sich um eine Schließung bis auf Weiteres." Ob die Foyers wieder geöffnet werden, wenn Verdächtige gefasst sind, wollte er noch nicht abschließend sagen: "Wir können ja jetzt noch nicht wissen, ob es immer die gleichen Täter waren." Vor der gestrigen Sprengung in Willich-Schiefbahn waren schon die Krefelder Filiale Vluyner Platz und die Willicher Filiale im Gewerbegebiet Münchsheide betroffen.

In Moers bleiben die Foyers zu

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Eine Serie von Sprengungen hatte es im Jahr 2007 auch bei der Sparkasse Niederrhein in Moers gegeben. Dort entschloss sich der Vorstand, die Foyers ab Mitternacht bis 5 Uhr zu schließen. "Für uns ist das jetzt eine Dauerlösung", sagte gestern Jörg Zimmer, Sprecher der Moerser Sparkasse. Eine Auswertung der Posten habe ergeben, dass nur wenige Kunden in dieser Zeit die Geldautomaten nutzten. "Ich kann also die Kollegen in Krefeld sehr gut verstehen." Auch viele andere Sparkassen, etwa in Duisburg, schließen nachts die Foyers. "Bei uns war Vandalismus der Grund", sagte ein Duisburger Sprecher.

Der Vermutung, dass die Sparkasse Niederrhein die nächtliche Schließung zum Vorwand nehme, um Kosten für Reinigung und Beseitigung von Vandalismus zu sparen, tritt Jörg Zimmer entgegen: "Das hat mit Kostenersparnis nichts zu tun. Es geht uns um die Sicherheit, nicht zuletzt die der Kunden. Denn es könnte auch sein, dass sich bei einer Sprengung nachts zufällig Kunden im Foyer befinden."

(RP)