Krefeld: Reichkriegsflagge an Uerdinger Moschee gehisst

Krefeld: Reichkriegsflagge an Uerdinger Moschee gehisst

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Donnerstag eine türkische Flagge entwendet, die am Fahnenmast der Moschee Mimar Sinan des Türkisch-Islamischen Kulturvereins auf dem Lübecker Weg in Uerdingen gehisst war. Stattdessen haben die Täter dort eine Reichskriegsflagge gehisst.

Bei den Mitgliedern der 1985 gegründeten Uerdinger Moschee sei die Unruhe seit Donnerstag groß, berichtete am Freitag Yildiz Yalcin, Vorsitzender der Moschee Mimar Sinan, die einer der Gründer der Türkisch-Islamischen Union in Krefeld war. "Unser Vorbeter hat am Donnerstagmorgen um 6\.30 Uhr beim Betreten des Geländes gesehen, dass die Flagge ausgetauscht ist. Er ist in großer Sorge, ebenso wie andere Mitglieder der Gemeinde."

Diese Flagge wurde gehisst. Foto: Yildiz

Er selbst wolle beschwichtigen und die Gemeinde beruhigen, sagte Yalcin. "Letztlich ist nicht mehr passiert, als dass irgendwer versucht, uns mit einer gestohlenen und neu aufgehängten Flagge zu provozieren." Frühere Vorfälle dieser Art gebe es nicht: "Wir haben guten Kontakt zu den Nachbarn, Kirchengemeinde und Jugendzentrum Jojo", sagte Yildiz Yalcin, der zudem betont, dass sein Moscheeverein an einem zweiten Mast neben der türkischen Flagge immer auch die deutsche Flagge gehisst hat.

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Die Polizei teilte in ihrer nicht bebilderten gestrigen Meldung zunächst lediglich mit, dass es sich bei der Flagge "nicht um ein verbotenes Motiv handelt" — auf Anfrage stellte sie dann klar, dass es die Reichkriegsflagge war. Diese Flagge gehört zu den beliebten Symbolen der Neonazi-Szene, wurde aber schon weit vor der NS-Zeit im Norddeutschen Bund um 1866 verwendet. Der Abteilung Staatsschutz bei der Krefelder Polizei sei in der Region kein Fall bekannt, bei dem Neonazis eine Reichskriegsflagge bei sich führten, teilte ein Sprecher mit.

Hinweise an die Polizei unter Tel. 02151 6340\.

(sep)
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