Krefeld: Oppumer überrascht von Moschee

Krefeld: Oppumer überrascht von Moschee

Die Mitglieder der Islamischen Vereinigung Krefeld haben am Verschubbahnhof 79-81 eine Moschee gebaut. Derzeit laufen die Umbauarbeiten für den Gebetsraum.

Überrascht reagierten die Anwohner auf den Bau der gläsernen Kuppel, die jetzt die 319 Quadratmeter große Gewerbehalle ziert. Von einer neuen Moschee wussten auch die Mitglieder der Bezirksvertretung Oppum/Linn nichts. „Dabei ist das ganz klar Oppumer Gebiet“, sagt Bezirksvorsteher Karl-Heinz Borghoff (CDU) erbost. Er schickte gestern eine Nachricht an die Verwaltung, mit der dringenden Bitte, in der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung das Vorgehen zu erklären. „Wir sind weder informiert, noch gefragt worden. Das geht einfach nicht.“ Der marokkanische Verein hatte bei der Stadt einen Antrag auf Nutzung eines Gebetsraumes gestellt. Von einer Moschee war in diesem Antrag nichts zu lesen. Ein Geheimnis haben die Mitglieder der Vereinigung dennoch nicht daraus gemacht. Auf ihrer Internetseite informieren sie über den Bau der „Al-Qods Moschee“, und zeigen die weiteren Räumlichkeiten.

„In Oppum haben wir schon Erfahrung damit, dass Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg getroffen und Fakten geschaffen werden“, sagt Helmut Späth (SPD), stellvertretender Bezirksvorsteher. Er kann nicht verstehen, warum das Projekt nicht wenigstens im Planungsausschuss Thema war. „Wir sind nicht generell gegen eine Moschee. Aber Projekte dieser Größenordnung müssen mit den zuständigen Bezirksvertretern abgesprochen werden.“

In den mit roten Perser-Teppichen ausgelegten Räumlichkeiten der Moschee laufen bereits die ersten „Kurse“. So treffen sich jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr Kinder ab sechs Jahren in der „Arabischen Schule“ zum Koran-Unterricht. Sonntags werden dort Mädchen und Frauen unterrichtet.

(RP)