Krefeld: Initialzündung für Promenade

Krefeld : Initialzündung für Promenade

Die Stadt will einen Wettbewerb für eine Dachterrasse auf dem Südbahnhof ausschreiben. Das Projekt soll dem Vorhaben Krefelder Promenade kräftigen Rückenwind verleihen.

Die Krefelder Promenade als Fuß- und Radwegeverbindung quer durch die Stadt nimmt immer mehr planerische Gestalt an: Nachdem die Kommune zum Beispiel Eigentümerin der Grundstücke entlang der Bahnstrecke am Alten Güterbahnhof und jetzt auch am Alten Verschubbahnhof ist (wir berichteten), bereitet die Verwaltung den nächsten Schritt vor. Der soll eine Initialzündung für das komplette Projekt sein. Auf dem Dach des Südbahnhofs solle eine "Stadtterrasse" mit Aufenthaltsqualität für Fußgänger, Radler und Inlineskater entstehen, die zukünftig auf einer Krefelder Promenade hoch über dem Straßenniveau parallel zur Bahnstrecke Duisburg-Mönchengladbach fernab des motorisierten Verkehrs miteinander unterwegs sein werden. Dazu soll ein Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Oberhalb des historischen Südbahnhofs befindet sich ein innerstädtischer Freiraum, der zurzeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Im Zuge der Renovierung und Wiederherstellung des historischen Südbahnhofes wurde bereits eine innere Treppenanlage, die auf die ehemaligen Bahnflächen führt, hergestellt. Durch zwei weitere Aufgänge soll die Fläche der neuen Stadtterrasse zwischen Kölner Straße und Gladbacher Straße für ein breites Publikum geöffnet werden.
Mit dem Ausbau der zweiten Ebene oberhalb des Südbahnhofs werde die Freiraumversorgung im Bereich des Wohnquartiers südlich des Hauptbahnhofes deutlich verbessert, argumentiert die Verwaltung in ihrer Beratungsvorlage. Über Jahrzehnte habe sich auf dieser Ebene ein Sekundärbiotop entwickelt, welches behutsam in das Gesamtkonzept integriert werden müsse. Gerade dies mache den besonderen Reiz dieser Fläche aus.

Mit dem geplanten Wettbewerb sollen Realisierungsvorschläge für die Grünflächen oberhalb des Südbahnhofes gemacht werden. Die Teilnehmer sollen Entwurfsvorschläge für den Bereich des alten Südbahnhofes inklusive der zurückgebauten Bahngleisanlagen erarbeiten. Die historische Bedeutung dieses Ortes und die jetzige Nutzung des Südbahnhofes als "Kulturbahnhof" sind in das Planungskonzept zu integrieren.

Dabei soll dieser Ort für die gewünschte "Krefelder Promenade" von besonderer Bedeutung in Bezug auf die Aufenthaltsqualität sein. Das Plangebiet erstreckt sich zwischen Gladbacher und Kölner Straße. Es ist unterteilt in zwei Zonen: Zone 1 umfasst eine 3570 Quadratmeter große städtische Fläche der alten Gleisanlagen und die Dachfläche des Südbahnhofes mit 1250 Quadratmetern. Zone 2 mit 630 Quadratmeter ist zurzeit noch im Bahnbesitz. Hier sollen ebenfalls Ideen entwickelt werden. Eine Realisierung hängt jedoch von der Verfügbarkeit dieser Fläche ab. Langfristig könnte die Stadtterrasse auch ein Zugang zu der das Stadtgebiet durchziehenden Promenade zwischen Forstwald und Uerdingen sein. Es ist eine überwiegend landschaftsarchitektonische Planungsaufgabe mit architektonischer und städtebaulicher Komponente. Die Projektkosten belaufen sich geschätzt auf rund 813 000 Euro. Für das Wettbewerbsverfahren stehen in diesem Jahr 60 000 Euro zur Verfügung: 48 500 Euro werden für den Wettbewerb veranschlagt. 11 500 Euro werden für vorbereitende Gutachten benötigt.

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