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Krefeld: Festkomitee entsetzt über Bossers

Krefeld : Festkomitee entsetzt über Bossers

Nach dem Eklat um das Prinzenornat hat das Festkomitee Krefelder Karneval (FK) jetzt öffentlich Position bezogen und fordert den Ausschluss des Ex-Prinzen aus dem Gremium. In einer Sitzung am 6. März kann sich Bossers äußern.

Nach dem Eklat um das Prinzenornat zwischen Karnevalsprinz Tobias I. (Stümges) und Prinzessinnen-Vater Ingo Bossers hat sich das Festkomitee Krefelder Karneval (FK) zu einer Krisensitzung getroffen und scharfe Kritik an Bossers geäußert. Das FK sei entsetzt und nannte Bossers' Verhalten "unsäglich". Zum Eklat war es gekommen, als Bossers bei der Hoppeditz-Beerdigung am Dienstagabend im Zeughaus der Prinzengarde Tobias Stümges schroff aufforderte, ihm sein Ornat sofort zurückzugeben.

Die von FK-Präsident Albert Höntges unterzeichnete Erklärung wurde am Samstag per E.Mail versandt. Das FK ist offenbar in Sorge, dass der ausgesprochen positiv aufgenommene Auftritt des Prinzenpaares, das es während der Session nicht zum offenen Bruch kommen ließ, nun überschattet wird. Wir dokumentieren die FK-Erklärung im Wortlaut:

"Aufgrund der überraschenden Entwicklung und öffentlich eskalierenden Diskussion um das Festkomiteemitglied Dr. Ingo Bossers hat sich das Festkomitee Krefelder Karneval am Freitagabend getroffen. Hierbei wurde deutlich, dass das Prinzenpaar bei den Veranstaltungen der Session Prinzenproklamation, Altweiberparty und Rosenmontagszug eine glänzende Visitenkarte abgeliefert hat. Umso entsetzter sind die Mitglieder des Festkomitees über den unsäglichen Auftritt des Komiteemitglieds, Prinzessinnenvaters und Möschepräsidenten Dr. Ingo Bossers während der gesamten Session, insbesondere bei der Hoppeditzbeerdigung der Prinzengarde der Stadt Krefeld am Karnevalsdienstag. Alle anwesenden Festkomiteemitglieder erklärten, dass sie vollumfänglich Möglichkeiten ausschöpfen werden, den Ausschluss von Herrn Dr. Ingo Bossers aus dem Festkomitee zu erwirken. Das FK wird auch in Zukunft im Sinne der Stadt Krefeld, der Krefelder Bürgerschaft und aller Karnevalisten einen von derartigen Eskalationen freien Karneval anstreben."

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Offenbar hat sich das Verhältnis zwischen Stümges und der Familie Bossers während der Session rapide verschlechtert. Zum Schluss der Session kam es dann bei der Hoppeditz-Beerdigung zum Eklat (wir berichteten). Bossers forderte von Stümges ultimativ das Ornat, bestehend aus Umhang und Wams, zurück, das er dem Prinzen für die Session geliehen hatte. Schon an jenem Abend waren Rufe laut geworden, Bossers aus dem Festkomitee auszuschließen. Der kam einem förmlichen Ausschluss zuvor und erklärte von sich aus den Austritt.

Mit dem Bruch zwischen Bossers und dem Festkomitee verliert der Krefelder Karneval einen im Brauchtum hochengagierten Ehrenamtler. Bossers und seine Frau Michaela waren in der Session 1999 Prinzenpaar. Tochter Nina trug als Karnevalsprinzessin der abgelaufenen Session das Prinzessinnen-Kleid ihrer Mutter.

Nina Bossers und Tobias Stümges sorgten als jüngstes Prinzenpaar Deutschlands durchweg für positive Schlagzeilen — das Brauchtum sei mit den beiden in der "Generation Facebook" angekommen. Beide pflegten während der Session eine Facebook-Seite und kommunizierten so mit Fans und Karnevalsbegeisterten. Auch das Motto der beiden — "Karneval in Krefeld — gefällt mir" — war eine Anspielung auf die Internet-Plattform Facebook.

Für Dienstag, 6. März, hat FK-Präsident Albert Höntges zu einer Komiteesitzung eingeladen, bei der Ingo Bossers zu den Vorwürfen Stellung nehmen kann. Einziger Tagesordnungspunkt ist das Ausschlussverfahren gegen den Ex-Prinzen.

(RP/url)